Nur ein Gedicht?

Was uns bevormundet in den Sack und hauen drauf.
Auf in den Kampf ihr Guten, es trifft keinen Falschen.
Weg mit dem Gesindel, das uns plagt und wir atmen auf.
Heroisch das Gefühl, wenn sie fort diese fiese Flaschen.

Dieselbe Gewalt willst pflegen, die sie uns angetan.
Kopf ab oder ab ins Loch, welch eine genußvolle Tat.
Weg mit ihnen, die Welt wird befreien die Untertan.
Besetzen die Paläste, Banken und Gemeinderat.

Was bleibt dir Guter – übles Verderben, das dich zieht hinein.
Leid mit Leid, Pein mit Pein vergelten, schafft nur dasselbe.
Wirst selbst zum Täter, den du bekämpfst – drum laß es sein.
Besinn dich deiner selbst, damit der Mensch in dir nicht verwelke.

Weckst sonst nur die Untiere in dir, die dich plagen.
Die erst mal losgelassen, bringen dich an deren üblen Stelle.
Mit Gewalt gutes schaffen, so mein Freund laß dir sagen,
schlägt auf dich zurück mit leidvoller ekler grausamer Welle.

Dein inneres Schwein statt dessen bekämpfen, oh wie schwer.
Wenn du damit fertig, wirst sehen das Wunder der Schönen Erde.
Fang gleich damit an, sonst gibt’s den Menschen bald nicht mehr.
Gewinne den Kampf mit dir, dann das Paradies hier bald werde.

Erinnere dich an deine Schöpferkraft, die dich einmalig macht.
Der Raum dieser Erkenntnis ist die wahre Formel des Lebens.
Du bist dein eigener Führer. So deine Bestimmung mit eigener Macht.
Gibst du sie ab, ist jeder Kampf verloren und Jammern vergebens.

Wach endlich auf du und stell den Wecker, sonst läuft ab deine Zeit.
Die Üblen kennen keine Zeit, glauben das macht sie unsterblich.
Ein wahrer Freund hat dir empfohlen aufzuwachen, der Zeitgeist.
Mit Geld den zu kaufen, wird er belohnen mit der Hölle, wie herrlich.
(LdT)

 

Die Wand / 1

Was passiert, wenn wir plötzlich und unerwartet von der Außenwelt abgeschnitten sind – auf einer Alm Wiese auf der es keinerlei Versorgungsnachschub gibt, unser Leben bis zum irdischen Ende als Einzelkämpfer gestalten müssen um nicht voreilig zu verhungern? Eines der besten tief in die Seele gehenden Bücher hat Marlen Haushofer dazu geschrieben. „Die Wand / 1“ weiterlesen

Neues Leben nach Ostern und altes davor.

Warum sprudelt mir gerade in der Osterzeit der Bericht eines Zeitgenossen rein, der größtes Kino in den Schatten stellt. Auferstehung in greifbarer Form – in ein Milieu, das uns wohlbekannt ist und nicht in ein Fernes, das eine Auslese von guten und schlechten Menschen macht – Himmel oder Hölle?

Es berichtet ein bodenständiger Mensch von seiner Widergeburt – von Leid und Elend, das er selbst mitgestaltet hatte. Er wollte Gewißheit haben, daß er bald wieder auf die Erde zurückkommt. Das hat er mit seiner Geschichte bewiesen, wie ich meine. „Neues Leben nach Ostern und altes davor.“ weiterlesen

Das Händel- und Knete Zeitalter

Diese Geschichte erzählt von einer fernen Zukunft in der die Menschheit ihre finale Rolle im Kosmos gefunden hat. Ludwig der Träumer berichtet exklusiv aus dem Jahr 4024, das als Meilenstein zur Überwindung des einst so herbeigesehnten und in einer Katastrophe endenden Wassermannzeitalters gefeiert wird. Durch irgendeinen Softwarefehler vom Schöpfer muß er wohl in das Händel- und Knete Zeitalter geworfen worden sein, also in das Jetzt, obwohl er sich im goldenen Wassermannzeitalter verewigen wollte als Krönung der Schöpfung.  Wad solls – auch da mudd de durch. „Das Händel- und Knete Zeitalter“ weiterlesen

Hängt ihn endlich ab

Es gab da mal einen, der die übelste Folter auf sich nahm um die Menschheit zu retten. Ich laß diese Geschichte einfach mal so stehen, da alles Denkbare möglich ist. Vor was retten, frage ich mich heute am Karfreitag? Drei Tage lang war er tot, bis er sich selbst wieder ausbuddeln konnte und als Erlöser regelmäßig zu Ostern in den Kathedralen seit zweitausend Jahren gefeiert wird. Was wird da befeiert? Die Leiche, die immer noch über dem Altar thront? Statt den Sinn seiner Aktion zu übermitteln, zu verstehen, wird nur ein elendiger Todeskult mit vampirischen Ritualen gefeiert. Wer säuft schon das Blut seines Erretters? Kein Wunder verhallt seine Botschaft, sobald die Meute mit dem kruden „Gottesdienst“ wieder auf Linie gebracht wird. „Hängt ihn endlich ab“ weiterlesen

Die blaue Stunde

Miauh Meeh, meine? Katze fühlte sich am linken Fußende in meinem Bett das sie zum Nächtigen erobert hat, gestört durch meine Unruhe. Sie hatte vor drei Jahren den einzigen Weg über die Brücke zur Flußinsel auf der ich seit sieben Jahren im Wohnwagen lebe zu mir gefunden. Ein wunderbares Wesen, das mir mehr vom sinnvollen Leben auf der Erde erzählt als alle Philosophen bisher. Sie hat den Schöpferfunken noch inne – ist sich selbst bewußt und würde sogar einem Elefanten eins auf den Rüssel geben, wenn er sie belästigen würde oder ihr Souverän verbiegen wollte. „Die blaue Stunde“ weiterlesen

Vom Schenken und Danken

Diese Zusammenhänge beschäftigen mich schon länger. Jetzt, wo ich darüber schreiben muß, würde ich das Thema am Liebsten fallenlassen. Die Begriffe Schenken, Danken und Nehmen sind recht einfach zu definieren. Wirklich? Da bin ich mir genau jetzt nicht mehr sicher, wo es ans Formulieren geht. Im Alltagsgebrauch haben die Wörter Schenken und Danken ihre einfache Logik. „Vom Schenken und Danken“ weiterlesen

Wählen heißt Entsagen

Piet fragte in einem Kommentar: Wie kann ich, falls ich nicht die „Deutsche Mitte“ wähle, am effektivsten bei der nächsten BuTaWa mein Missfallen den jetzigen Stinkern und -Innen ausdrücken? Nichtwählen wird ignoriert, eine niedrige Wahlbeteiligung ist eh schon Standard, ungültige Stimmzettel werden ebenfalls ignoriert. Manche schreiben „einen leeren Wahlzettel“ abgeben. Hmmmmm. Gibt es eine wirksame Alternative?

Ich möchte aus der Sicht eines Anarchisten versuchen hier eine Antwort zu finden. Die „Deutsche Mitte“ sehe ich da nur als Platzhalter für eine Partei, die kluge Gedanken hat und davon träumt, sie umzusetzen, falls sie die Wahl gewinnt. Bisher wurde jedoch jede Partei, die Regierungsauftrag bekam, innerhalb kurzer Zeit auf Linie gebracht. FDP (1971 mit ihren Freiburger Thesen), Grüne und Linke. Die von Natur aus Berufsverrätern bestehende SPD und CDU mal außen vor gelassen. Bei denen müßte jedem Wähler klar sein, daß er nach jeder Wahl verraten und verkauft wird. Es ist für mich keine Frage ob z. Bp. eine neue Partei wie die Deutsche Mitte umfällt – umerzogen wird, sondern wann.

Was also tun um das Idiotentheater zu brechen? Nichts und Niemanden wählen, so meine Antwort. „Wählen heißt Entsagen“ weiterlesen

Die Nudelholz Sage / Teil 1

Was Omi noch stolz als Küchengerät benutzte ist heute in der Postnudelholzzeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Sie hatte noch das Symbol einer – der größten Hochkulturen aller Zeiten gepflegt ohne sich um deren Herkunft bewußt zu sein. Heute ist der Ursprung des Nudelholzes vollständig aus dem Bewußtsein verschwunden. Die Nudel aus dem gleichnamigen Holz geschnitzt, die in prähistorischen Zeiten nicht nur eine völkerverbindende sondern auch und vor allem eine interplanetarische Bedeutung hatte, ist inzwischen heute als Fünfminuten-Terrine oder beim Lieblingsitaliener zur Beruhigung des Magens degradiert. „Die Nudelholz Sage / Teil 1“ weiterlesen

Ich habe keine Zeit – lebe ich dann zeitlos?

Einkaufen ist für mich ein Greuel, außer auf dem Wochenmarkt oder im kleinen Laden mit Theke und persönlicher Beratung durch fröhliche entspannte Händler. Um den Wochenbedarf an Gemüse, Käse, Gewürze und Wurst zu decken verbringe ich oft drei Stunden auf dem Wochenmarkt. Der nächste auf dem Gutenberg-Platz in Karlsruhe gut sortierte ist 25 km weg von meinem Refugio. Die schönsten die ich in der näheren Umgebung kenne sind in Landau und Neustadt an der Weinstraße, vierzig und fünfzig km entfernt. Die französische Einfluß der Gelassenheit und der hohe Anspruch an die Qualität der Lebensmittel sind dort unverkennbar. „Ich habe keine Zeit – lebe ich dann zeitlos?“ weiterlesen