Hoffnung und Hamsterrad / Die Macht des kleinen Arschlochs

Wir brauchen den Bösewichten nicht in den Arsch zu treten. Nur einen Schritt zur Seite gehen und das Fundament wackelt, das wir bisher für die Elite waren. Wenn es genügend tun, stürzten die Paläste ein. Das hat nichts mit Eso zu tun, sondern ist die einzige Möglichkeit, uns von den kruden Zeitgenossen zu befreien. Wir sind das Volk.

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Sinnlose Hoffnung

Oh du gläubiger der hoffnung der das gute immerwährend suchst
wenns nicht kommt das jetzt verdammst und verfluchst

machen müssen immer nur die anderen damit die welt wird gut
macht weiter so ihr wartet vergebens bis ihr werdet teufels glut

hängt euch an der kanzel munde sucht das versprochen heil
schleimt euch die worte von oben ein notfalls mit dem beil

geht nach hause mit der froher botschaft vom großen herrn
jeder seines glückes schmied wenn verstanden gottes und elites kern

singt fröhlich im großen rad des lebens haltet es gesund und bunt
der erfolg wird euch zuteil mit der börse die gedeiht besonders rund

lebt für die elite es geht immer nach oben schritt für schritt mit euerem geld
dafür bomben not so die frommsten von der kanzel sonst geht kaputt die welt

dein glaube hält dich aufrecht im hamsterrad solange du nach oben schaust
während deine füße anfangen an zu verwesen merkst du nicht wovon mir graust

trampelst auf kopf und pfoten meinst fortschritt ehre und erfolg dir zu teil
der kopf der deinen durch dich bereits tot ist dir selbst in gedanken zu steil

die elite euch verachtet und knechtet weil ebenbürdig ihr euch nicht betrachtet
sie gelernt als gottes ebenbild zu glänzen während du knecht dies gut verachtest

kriechst ihre füße leckend vor ihr hin um krümel vom kuchen den sie hat fallenlassen
den du gebacken und ohne lohn zu ihr getragen vor deinem hungertod zu erhaschen

oh du sklave der träume die hoffnung hegst und pflegst dein leben lang und immer fort
solange du dich kannst aufrecht halten im hamsterrad und kriechend vor der elite dort

das hamsterradeln gelernt durch schule und wichtige affen willst beenden mit hoffnung
sie hält dich aufrecht auch mit lotto bis du ausgeworfen zum weltenführers elite dung

wach endlich auf es gibt keinen kredit auf leben es gibt nur dich und deine zu beleben
schmeiß lehrer pfaffen und parteien fort denke selbst und nimm in die hand dein eigen leben

( Ludwig der Träumer )

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Kann ansonsten nur wieder mal auf Étienne de La Boëtie
„Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen“ verweisen. Er hat es bereits vor 400 Jahren auf den Punkt gebracht:

„O ihr armen, elenden Menschen, ihr unsinnigen Völker, ihr Nationen, die auf euer Unglück versessen und für euer Heil mit Blindheit geschlagen seid, ihr laßt euch das schönste Stück eures Einkommens wegholen, eure Felder plündern, eure Häuser berauben und den ehrwürdigen Hausrat eurer Väter stehlen! Ihr lebet dergestalt, daß ihr getrost sagen könnt, es gehöre euch nichts; ein großes Glück bedünkt es euch jetzt, wenn ihr eure Güter, eure Familie, euer Leben zur Hälfte euer Eigen nennt; und all dieser Schaden, dieser Jammer, diese Verwüstung geschieht euch nicht von den Feinden, sondern wahrlich von dem Feinde und demselbigen, den ihr so groß machet, wie er ist, für den ihr so tapfer in den Krieg ziehet, für dessen Größe ihr euch nicht weigert, eure Leiber dem Tod hinzuhalten. Der Mensch, welcher euch bändigt und überwältiget, hat nur zwei Augen, hat nur zwei Hände, hat nur einen Leib und hat nichts anderes an sich als der geringste Mann aus der ungezählten Masse eurer Städte; alles, was er vor euch allen voraus hat, ist der Vorteil, den ihr ihm gönnet, damit er euch verderbe. Woher nimmt er so viele Augen, euch zu bewachen, wenn ihr sie ihm nicht leiht? Wieso hat er so viele Hände, euch zu schlagen, wenn er sie nicht von euch bekommt? Die Füße, mit denen er eure Städte niedertritt, woher hat er sie, wenn es nicht eure sind? Wie hat er irgend Gewalt über euch, wenn nicht durch euch selber? Wie möchte er sich unterstehen, euch zu placken, wenn er nicht mit euch im Bunde stünde? Was könnte er euch tun, wenn ihr nicht die Hehler des Spitzbuben wäret, der euch ausraubt, die Spießgesellen des Mörders, der euch tötet, und Verräter an euch selbst? Ihr säet eure Früchte, auf daß er sie verwüste; ihr stattet eure Häuser aus und füllet die Scheunen, damit er etliches zu stehlen finde; ihr zieht eure Töchter groß, damit er der Wollust fröhnen könne; ihr nähret eure Kinder, damit er sie, so viel er nur kann, in den Krieg führe, auf die Schlachtbank führe; damit er sie zu Gesellen seiner Begehrlichkeit, zu Vollstreckern seiner Rachbegierden mache; ihr rackert euch zu Schanden, damit er sich in seinen Wonnen räkeln und in seinen gemeinen und schmutzigen Genüssen wälzen könne; ihr schwächet euch, um ihn stärker und straff zu machen, daß er euch kurz im Zügel halte: und von so viel Schmach, daß sogar das Vieh sie entweder nicht spürte, oder aber nicht ertrüge, könnt ihr euch frei machen, wenn ihr es wagt, nicht euch zu befreien, sondern nur es zu wollen. Seid entschlossen, keine Knechte mehr zu sein, und ihr seid frei. Ich will nicht, daß ihr ihn verjaget oder vom Throne werfet; aber stützt ihn nur nicht; und ihr sollt sehen, daß er, wie ein riesiger Koloß, dem man die Unterlage nimmt, in seiner eigenen Schwere zusammenbricht und in Stücke geht“

(gucke unter http://gutenberg.spiegel.de/buch/5225/1)

Paul Lafargue „Das Recht auf Faulheit“ hat ebenfalls den kaputten Hamsterradler beschrieben.

Das Überleben der Menschheit hängt vom kleinen Arschloch ab. Entweder kapiert er endlich, daß ein Miteinander nur so geht oder er geht mit samt der Elite (dem abgesonderten Abschaum) unter. Wir können ohne Elite leben, diese jedoch ohne uns nicht. Kapiert es endlich.

Es gab einmal ein eingegrenztes Völkchen, das uns Leben vormachen konnte. Hatte es einfach die Elite ignoriert und sich der Menschlichkeit, der ureigenen Bedürfnisse zu inne gemacht. Dort wurde nicht gelehrt: ‚Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist‘, eine pfaffenfreie Insel sozusagen. Kein Paradies im Jenseits versprochen, sondern das menschenmögliche im Kleinen im hier und jetzt verwirklicht. Das größte, was den Menschen ausmachen kann: Füreinander dazusein.

‚Wir sind das Volk‘ war keine hohle Phrase, sondern eine Botschaft an die kaputte Welt, wenn auch noch etwas unbewußt über die Gefahren, die den Menschen über den Kapitalismus endgültig versklaven wollen.
Aber eines dürfte sicher sein:

Es wurde ein Funke zur Menschwerdung gesetzt, der zu lodern beginnt.

Er ist nicht mehr zu löschen.

Der letzte Akt der Dunkelmächte ist eingeleitet.

Bildquelle: http://www.psychotipps.com

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