HABEMUS PAPESSAM – eine Frau greift durch

Um die Leser anzufüttern, vorneweg  der Anfang der Antrittsrede der neunen Päpstin im Fernsehen, bevor sie von der notwendigen Werbung unterbrochen wird.

„Das Unfaßbare ist geschehen:

HABEMUS PAPESSAM.
Ja, sehen Sie mich gut an, damit Sie es begreifen:
Ich bin eine Frau.
Eine Frau auf dem Thron des Papstes.
Zum ersten Mal eine Frau.
Diese Frisur hat nichts zu bedeuten. Wie man
erzählt, hatte auch Jesus Christus lange Haare,
und er war
. ein Mann.

Doch hier: zwei Brüste – dazu bestimmt,
Kinder zu nähren.
Und unter diesem Rock: Eierstöcke, Eileiter,
Gebärmutter.

Alles ungenutzt. Ein überflüssiges Geschenk,
könnte man sagen.
Doch alles vorhanden, alles an seinem Platz.

 So bestätigt in einem medizinischen Gutachten
vorn
Februar des Jahres 2014, und auf
meinen Wunsch heute, arn Tag meines Amtsantritts,
in den Zeitungen veröffentlicht.

 Warum?

Damit nie, nie, nie auch nur der geringste
Zweifel aufkommt, daß ich wirklich und
wahrhaftig eine Frau bin.
Ja, meine Brüder und Schwestern: auf diesem
Stuhl, auf dem seit zweitausend Jahren Männer
und immer wieder Männer saßen, auf
dem Stuhl seiner Heiligkeit des Papstes,
Oberhaupts von fast zweiundzwanzig Millionen
Katholiken, sitzt ab heute eine Frau.
Verehrte, über die ganze Welt verstreute Mitglieder
dieser Gemeinde, die Sie meine Ansprache
jetzt auf Ihren Fernsehgeräten verfolgen:

 Haben Sie das wirklich verstanden?
Das andere wissen Sie aus meinen Wahlreden.
Amerikanerin, jawohl.
Geboren vor soundso viel Jahren in Los Angeles,
der Stadt der Studios und der Sekten,
neuerdings westliche Hauptstadt des

Islam.

Mutter an Drogensucht gescheitertes Starlet,
das später seinen Unterhalt als GelegenheitsProstituierte
verdiente.
Demzufolge aufgewachsen mit wechselnden
Vätern und vier verwahrlosten Geschwistern
in einer Wohnwagensiedlung am Rande des
städtischen Mülldepots.

Im Alter von vierzehn Jahren erster Kontakt
mit dem Katholizismus.
Sie kennen die Story: Ich hatte am Strand
von Malibu einen Unfall mit einem gestohlenen
Surfbrett und wurde von einem Priester
unter Lebensgefahr aus stürmischer See gerettet

Die heilige Vorsehung, sagte man früher.
Heute nennen wir es Zufall.
Mit fünfzehn Eintritt in die katholische
Jugendbewegung.
Später Priesterseminar in Detroit und Chicago.
Priesterin in den Slums von Sao Paulo,
Mexico City und Caracas.
Dann
New York.
Aber ich glaube, das wissen Sie bereits.

Ja, Schwestern, es war ein langer Weg bis zu
diesem Stuhl.
1991
-erinnern Sie sich? -die erste katholische
Priesterin.
St.
·Patricks Cathedral: Die erste heilige Messe,
zelebriert von einer Frau.
Die erste
Predigt aus weiblichem Mund.
Die
erste heilige Kommunion: Die Hostie
von weiblicher
Hand, der Kelch mit. dem
Wein in Frauenhänden!

 DER LEIB CHRISTI… AMEN… DAS BLUT
CHRISTI…
AMEN… GEHET HIN IN
FRIEDEN

 Und trotzdem vergingen noch dreiundzwanzig
Jahre,
bis eine von uns hier ankam.
Hatte nicht der Apostel verkündet, daß wir
in seiner Kirche zu schweigen haben?
Nonnen, das ja.
Keusche Groupies, die bei den Auftritten der
Monsignori in den Bänken schmachten – jeder
Blick ein Applaus, jede Gebärde eine
Ovation. Und in den Gedanken nichts als Bewunderung
für ihn, den Sohn seiner Kirche,
für ihn, den Sohn Gottes, und für ihn, den
Herrn

 Waren wir nicht schon durch die Dame Mary
im Aufsichtsrat vertreten?
Mehr Bescheidenheit, mahnten sie freund
lich,
als wir mit den Protesten begannen.
Später wurden sie dann zornig: mehr Bescheidenheit!
Der Name, den ich mir geben werde, ist Ihnen
aus meinen Wahlreden bekannt.
Jawohl: die erste katholische Päpstin
wird
sich
die Zweite nennen.

JOANNA SECUNDA.

Johanna die Zweite.
Joan the Second.

Giovanna Seconda.

Juana Segunda.

Jeanne Deux.

 Den Grund habe ich erwähnt:
Es gab in der Geschichte unserer Kirche
schon einmal eine Päpstin. Sie hieß Johanna
und hatte sich im Jahr 8 55 als Mann verkleidet
diesen Stuhl erschlichen. Als der Schwindel
aufflog – als herauskam, daß der neu gewählte
Papst, der sich Johannes VIII. genannt
hatte, eine Frau war, nur eine Frau wurde
sie von den Herren Kardinälen selbstverständlich
wieder vor die Tür gesetzt.

 Denn das war keine Vorsehung!
Alles erfunden, werden viele jetzt sagen, ich
weiß: Die bis zuletzt verborgene Schwangerschaft,
die während der Prozession einsetzenden
Wehen, die heimliche Niederkunft in der
Kirche, der Stuhl mit der durchlöcherten
Sitzfläche, auf den sich die Päpstin nach Aufkommen
des Verdachts setzen mußte, damit
SO
die Herren Kardinäle sich durch Abtasten
der Genitalien der Reihe nach überzeugen
konnten, daß dieser Papst wirklich nicht
über die für sein Amt vorgeschriebene Männlichkeit
verfügte- das sei doch die Ausgeburt
perversester Phantasie!

Aber ich frage Sie:
Was wäre geschehen, wenn eine Frau es tatsächlich
gewagt hätte, in männlicher Verkleidung
diese höchste aller Würden zu erzwingen?
Wäre nicht gerade das passiert, und noch viel
Schlimmeres?
Deshalb will ich diese meine Schwester, sei
sie nun eine historische Legende oder nicht,
zu meiner Vorgängerin machen. Wie angekündigt,
wird eine meiner ersten Handlungen
darin bestehen, eine Frau zu ehren, die
vielleicht niemals existierte.
Sie soll uns Symbol werden für die demütigende
Rolle, die wir Frauen zweitausend Jahre
lang in dieser Kirche zu spielen hatten: Be
ten,
aber nicht predigen, dienen, aber nicht
befehlen, gerichtet werden, doch niemals richten.

Schon der Name, den ich wähle, soll der
Welt zeigen, daß es damit vorbei ist.
Denn ich bin nun hier.

Ja, liebe Brüder: Auf diesem Stuhl, der über
Jahrhunderte Ihnen und immer wieder Ihnen
gehörte, sitze nun ich, eine Frau.
Johanna die Zweite.
Das sei von heute an mein Name.
AMEN.

 Lassen Sie Ihr Gerät bitte eingeschaltet. Es

folgt nun eine Reklame-Einblendung, doch

dann bin ich wieder bei Ihnen.“

Es folgen Texte aus dem Jahr 1982, wie sie heute nicht brandaktueller sein könnten. Woher hatte diese Autorin die Vision, was heute und in naher Zukunft abgeht? Sie hatte Stellung genommen gegen den beginnenden Genderwahn der heutigen veganen Kampflesben, Flintenschlampen und multiple Geschlechter, deren Anzahl heute bei über 60 liegt – zumindest beim Fratzenbuch. Eine der Erfinderinnen der der heutigen Genderschlampen – die Alice Schwarzer, wurde in Fernsehinterviews zerlegt durch sie.

Ich, Johanna II., Ihre Päpstin, die weder an
Gott noch an den Teufel glaubt, weder an
das ewige Leben noch an die ewige Verdammnis,
die Jesus Christus um seiner großen
Menschlichkeit und nicht um seiner
Göttlichkeit willen liebt und das Leben nicht
wegen irgendeines fernen Ziels, sondern wegen
des gerade stattfindenden wunderbaren
Augenblicks, ich werde bei diesem Handel
der einzige Verlierer sein.

Ein  Textauszug hier: hier

Das Buch ist seit längerem vergriffen und ich bezweifle, daß es nochmals aufgelegt wird.

Mir hat sie mehr Einsicht in die Welt der Herr-Sklaven Szene gebracht als viele Philosophen. Sie hat die ‚Angst vor der Freiheit‘ des kleinen – auch des großen Arschlochs genial in ihren Roman eingearbeitet.

Um den Roman nicht als Schenkelklopfer zu verstehen oder wie die modernen Genderschlampen seit Alice ihn für ihre krude Ideologie mißbrauchen, hat sie ein längeres Nachwort drangehängt, das ich euch nicht vorenthalten will.

Nachwort

Mit scharfem Verstand beschreibt sie diese Krankheit – die Angst vor der Freiheit und deren fatalen Folgen daraus. Fast alle Menschen leiden darunter. Was ich auch bei ihr, wie bei allen klugen Köpfen vermisse, die sich mit diesem Thema beschäftigen, ist die Erforschung der Ursache. Ich befürchte aber, wir werden da nie fündig. Aber ansonsten eine hervorragende Antwort  darauf, warum der Mensch von einer Knechtung – sei sie auch nur einer Ideologie hörig, sofort nach der nächstbesten geistigen Abhängigkeit greift, sobald ihn das geringste Gefühl der Befreiung beschleicht. Befreit sich aus der Idiotie einer Religion, fühlt sich nur für kurze Zeit frei, die ihn jedoch so beängstigt, daß er umgehend wieder eine neue Beziehung sucht. Da haben Rattenfänger, wie Sekten, ein Großteil der Esoterikszene, politische VerFührer oder das kapitalistische System ein leichtes Spiel, ihm eine neue Arena zu bieten in der der er sich wieder einzäunen kann. Fühlt sich darin für kurze Zeit gut, bis der Burnout ihm unmißverständlich klarmacht, daß er noch mehr geistig und monetär ausgeweidet, in einem noch größeren Gefängnis sitzt als vorher. Der Teufelskreis beginnt wieder von vorne mit dem Wunsch der Befreiung daraus, sollte er bis dahin nicht endgültig gebrochen sein und als glücklicher Biozombie seine finale Rolle auf Erden gefunden haben.

Ein weiterer Gedanke zum Thema:

Vor langer Zeit hatte ich mir über die Rolle Martin Luthers als Zeitgenosse von Machiavelli Gedanken gemacht, der in diesem Jahr über den grünen Klee hochgelobt wird und hatte folgenden Schluß gezogen:

Er war nie der katholischen Kirche abtrünnig. Im Gegenteil, mit der sog. Reformation schaffte er der katholischen Kirche einen äußeren Feind. Dadurch verlor die Kirche zwar ein paar Schäfchen aber schweißte den inneren Halt wieder zusammen. Dadurch konnten die Katholen ihren Zerfall verhindern. Ein beliebtes Spielchen, auch in der Politik, die sich ihre Terroristen selbst züchtet. Berühmte Beispiele sind nicht nur der Reichstagsbrand oder 9/11, sondern auch der jüngste Anschlag auf den Erdogan.

Die katholische Kirche läßt sich heute nicht mehr mit solchen billigen Spielern wie Luther retten. Da muß ganze Arbeit geleistet werden. Die ist jedoch nicht mit Kurzzeitdenken zu erreichen, sondern über viele Generationen zu bewerkstelligen.
Kurzer Einwurf: Die haben sicher untrügliche Beweise für die Reinkarnation, die sie uns vorsätzlich vorenthalten. Damit sichern sie sich wieder eine entsprechende Machtstellung in einem ihrer späteren Leben.

Unter diesem Aspekt habe ich den Roman beäugt. Es liegt daher durchweg im Denkbaren, daß die Entwicklung der katholischen Kirche genauso abläuft.

Seht her, was ihr angerichtet habt. Seid unfähig in Freiheit zu leben. Gebrochen vor der ‚Angst vor der Freiheit‘ werden wir euch zurückholen. Nur in den Grenzen, die wir euch vorgeben, findet ihr die Freiheit vor der ihr keine Angst mehr haben müßt. Bald erstrahlen wir wieder in neuem Glanz, vereinen alle Religionen zu der einzig wahren, zu deren Verwalter ich in Rom auserkoren bin.

Amen

Beitragsbild: Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka

(überarbeitete Version früherer Veröffentlichungen)

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