Ein Brief an das Jenseits

Liebes Jenseits, du weißt sicher, daß ich inzwischen wegen meines fortgeschrittenen Alters langsam zum Verwesungsanwärter werde. Ich habe daher ein paar Fragen  an dich:

Wie viele Abteilungen und Experten hast du um das Überbleibsel der körperlichen Verwesung – die flüchtende Seele, entsprechend ihrem Glauben qualifiziert zu betreuen, bzw. weiterzuleiten in ihr künftig bestimmtes Leben? Im hiesigen Dasein finde ich dazu nur Verwirrung und Chaos. Es ist fast zum Verzweifeln, was da so gepredigt wird von den sog. Gottesvertretern. Dein Ausleseverfahren – so es die Pfaffen predigen, wer nach unserem körperlichen Tod in den Himmel oder Hölle kommt beängstigt mich zu tote.

Gebe dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist – oder so, hat mal einer gepredigt, der Christ oder Christbaum, wie er kürzlich gefeiert wurde. Ne, ich denke, der mit dem Baum, den du aus dem Paradies rausgeschmissen hast, war ein anderer. Egal. Dem Kaiser habe ich den größten Teil meines Einkommens gegönnt – Finanzamt genannt. Gottes Vertreter den Zehnten davon, damit sie es an dich als überirdischen Vertreter Gottes weiterleiten. Ist der Zehnte bei dir angekommen? Meine Seele soll sich ja bei dir nicht durchschmarotzen. Die Kirchensteuer und so manche üppige Spende sollte mir einen möglichst sorgenfreien Aufenthalt bei dir ermöglichen. Deine Antwort wird bald wichtig für mich. Abkratzen kann inzwischen vorfällig passieren. Besonders, wenn man sich kritisch zum Wahnsinn auf der Erde äußert. Aber das ist hoffentlich kein Thema in deinen Gefilden – oder doch? Wird man da auch verselbstmordet, wenn man das Maul aufreißt und selbst denkt? Dann hole mich lieber der Teufel. Bei dem weiß man präzise, wo es langgeht.

Es gibt bei dir nicht nur die christliche und jüdische Abteilung, sondern auch eine dschihadistsiche, die sich alle gegenseitig totschlagen, bevor sie in deine Gefilde wechseln, nur um bei dir gut dazustehen. Also was ist? Geht die hirnrissige Klopper- und Morderei ei dir geradeso weiter? Dann mache ich lieber noch schnell eine Einzelkämpferausbildung hier.

Aus früheren, von angestachelten Religionsführern kleine Arschlöcher totgeschlagenen Ahnen weiß ich, daß es nicht nur Himmel und Hölle gibt, sondern auch die Möglichkeit wieder in diese wunderbare Erde zu inkarnieren. Ich bevorzuge diese Zwischenstation, nicht nur zum Recycling meines durch Tabak und Ludwig Bräu vergifteten Körpers, sondern in Klausur zu gehen um mein nächstes Leben auf der Erde gemütlicher und anspruchsvoller zu gestalten. Ich möchte dich auch daran erinnern, daß ich eigentlich nie dich mit der Anwesenheit meiner Seele belästigen wollte. Bevor du vielleicht die Schuld an meinem Ableben geben solltest, möchte ich dich erinnern, daß ich alles tat um nicht in diese blöde Situation zu kommen. Forever young war stets mein Ziel. Dazu hatte ich mich besonders angestrengt. Immer ordentlich Sport betrieben, wenn auch nur Figurenpinkeln im seltenen Schnee. Mindestens einmal die Woche keine Schweinshaxe gefressen, sondern vegan ernährt – also ins Gras gebissen äh gesunde Salate und Löwenzahn gegessen mit Dressing aus dem heiligen Ölbaum. Schäme mich zwar ein bißchen, weil ich den ‚wir sind alle eins‘ Karnickel die Lebensgrundlage genommen habe. Aber das kannst du mir sicher nicht anlasten. Die Karnickel sind selbst groß genug ihr Revier zu verteidigen. Am Ludwig Bräu, der mich geistig fit hält, kann es auch nicht liegen. Wurde nicht schon immer gesoffen um ewig zu leben?
Sonst hatte ich auch keine Mühe gescheut um wieder jung daherzukommen, damit ich dich nicht mit meiner Ankunft belästigen muß. Hat dir die dreißigjährige pralle Blondine nicht gefallen, die ich mit 50 noch einmal so richtig hernahm um durch die Wechseljahre des Mannes nicht zu altern? Du siehst also, ich wollte nie und nimmer in deine Gefilde eindringen und dich mit meiner Wiederkunft belästigen. Irgendwas muß aber schiefgelaufen sein mit deinem Jenseits. Was veranlaßt dich, uns unbedingt wieder unbedingt in Gottes Schoß zurückhaben zu wollen, wenn wir Gottes Ebenbild auf Erden sind? Gott lebt doch auch ewig.

Wurde jetzt etwas abschweifend. Wollte eher wissen, wieviel Knete kriege ich von dir als Startkapital von meiner eingezahlten Kirchensteuer an dich wieder zurück für meine nächste Inkarnation? D gibt es bei dir sicher eine Behörde, die mir ähnlich wie die Hertz4-Behörde auf der Erde Auskunft geben kann. Aber vielleicht interessieren dich solche kleine Arschlöcher wie mich gar nicht und du hast e nur mit den großen Leistungsträgern, die Abermillionen bunkern. Es kommt bei mir der Verdacht auf. Stichwort: Erbschaften.

Es gibt noch eine Abteilung bei dir, soweit mir bekannt – die der Sonderbehandlung der auserwählten Buddhisten, die sich da vorbeibrunsen und gleich ins Nirwana sich verantwortungslos entsorgen. Das ist nicht meins. Da habe ich es lieber mit den Urvölkern, die noch nicht die Vermittler auf Erden kannten. Denen bin ich eher verbunden. Die wußten noch um dein Amt, das Schöpfers Wille ohne Eigeninteressen, ohne Prostitution um höhere Posten zu erhaschen, alles taten um die entwichene Seele im irdischen Körper wieder in der nächsten menschlichen Geburt auferstehen zu lassen. Was kannst du mir dazu sagen? Aber bitte nicht über deine sog. Vertreter auf der Erde.

Warum soll ich da wieder in Gotte Schoß zurück, wie mir die Pfaffen predigen?

Nun, da ich annehme, daß ich wie alle Verwesungsanwärter vor mir keine Antwort von dir bekomme, nehme ich an, daß sich jedes auf die Erde ausgespuckte Wesen sein eigenes Jenseits im Sinne des Schöpfers basteln muß. Der Schöpfer hat seine Aufgabe getan – uns alles mitgegeben, was seines gleicht. Er wird nie mehr eingreifen. Er vergießt allemal eine Träne.

Bild und Gedicht: https://byfelinasilverrobinson.com

Your Words Cut Like A Knife©

Copyright 2015

By Felina Silver Robinson

Each word you utter cuts through me like a knife

I feel stripped of the desire for life

I feel locked in the darkness of your cruelty

Your laughter at my pain demeans me

So now I will take a stand

Pull myself back up

And bring pride and self-esteem

Back into my heart

Which means

We will now

Have to be

Apart

So take your knife elsewhere

Because you can no longer

Cut into me

With your

Cruel words

Advertisements

Welche Dinge braucht der Mensch / Teil 2

Es ging im ersten Teil um den Hausrat, die tausende Gegenstände (interessantes zweideutiges Wort – was steht dagegen?), die wir uns im Lauf der Zeit durch krummbuckeliges Hamsterraddrehen als Ausgleich für den unsinnigen selbst auferlegten Arbeitsstreß auferlegt haben, und die urplötzlich durch ein Naturereignis vollständig zerstört werden. Hier nachlesen.

Da stehst du nun vor dem durch Brand oder Überschwemmungen  zerstörtem Hab und Gut. Dein Haus ist unbewohnbar. Futsch. Die Hypothek bei der Bank läuft noch dreißig Jahre.  Die fordert gnadenlos die Zinsen ein für nicht mehr Vorhandenes. Die Hausratversicherung und die Gebäudeversicherung würgen auch ab, weil in gefährdetem Gebiet gebaut wurde. Das stand nur im Kleingedruckten. Lest keine Sau. Das ist nicht dem kleinen gutgläubigen Häuslebauer anzulasten, sondern den gierigen Grundstücksspekulanten und den Versicherungen, die tatsächlich nur ihre eigne monetäre Existenz versichern. Kapiert kaum jemand. „Welche Dinge braucht der Mensch / Teil 2“ weiterlesen

Zeit- oder Taktumstellung?

Wer die Zeit umstellen kann, ist sicher in der Lage, in ihr nach Gutdünken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin- und herzuschaukeln. Ein Menschheitstraum wäre dann war. Das größte Paradoxon wäre Wirklichkeit. Ich setze das als bekannt voraus. Wenn nicht, eine kleine Hilfe zum Thema.

Angenommen, mein Großvater war ein richtiger Drecksack, der erheblichen Schaden an der Menschheit  verursachte und ich beschließe ihn zu ermorden, um diesen zu korrigieren / rückgängig zu machen, bevor er weiter blöde Sau spielen kann. Was muß, muß. Habe ja schließlich Verantwortung nicht nur für mich selbst, soweit ich noch die geringste Empathie für meine Mitmenschen aufbringen kann. „Zeit- oder Taktumstellung?“ weiterlesen

Der Spender

Ich tu‘ Gutes, seht her, hab ein Herz für die Armen.
Früher gespendet Brot für die Welt und der Caritas,
dem Klingelbeutel ohnehin nach Geburtes Pflicht.
Heut auch für die Tafel und dem Penner unter der Brück‘.
Kauf ihn ab die Straßenzeitung, als Geste des Mitgefühls.
Werf‘ sie weg ungelesen, sonst mich das Gewissen plagt.
Zuviel Elend sie beschreibt, das meiner Gunst nicht behagt.

Green Peace zur Rettung der Welt und dem Klimawandel bedacht
mit ‚ner Fördermitgliedschaft, damit das Klima mir künftig genehm.
Die deutsche Umwelthilfe, das Heimholungswerk des Klimas und
des guten Menschen muß mit ‚ner satten Spende leider warten.
Mein Drecksdiesel, drei Jahre alt, noch nicht abbezahlt und bald tot.

Pro Familia kriegt auch was gegen Quittung fürs Finanzamt drauf.
Fördern schließlich das Sorglos Paket mit Abtreibung und Pille.
Mit Organspende-Ausweis mein Tod nicht sinnlos den Würmern;
mein Herz denen geschenkt, die mich übern Haufen gefahren.

Weihnachten bald wieder. Drum die Herzenssache nicht vergessen.
Die Spende für arme Kinder hier besonders toll fürs klamme Gemüt.
Verspricht mir mit seiner Lotterie Millionenglück, zum stillen des
Elends hierzuland.  Welch ein Guter doch – du edler Spender.

Meine Spende an die Dt. Welthungerhilfe wertvoll für ne Tütensuppe.
Drei Monate nach dem Hungertod sie bereits im Safariland Afrika.
Die Verteilung an die Hungernden in der Welt bestens kontrolliert.
Grinsende eingeflogene Kommissare berichten täglich vom Erfolg,
dank meiner Spende, damit niemand neben der Goldmine hungern muß.
Fordern mehr Spende von mir um den Hunger neben der Goldmine zu stillen.

Merkst du nicht lieber Spender, wo deine sauer verdiente Knete hinläuft?
Spendest in die reichsten Länder an Bodenschätzen, schützt die Ausbeuter.
Der ärmsten letzte Macht – dem Aufstand du damit zunichte machst.
Sie damit Hoffnung tragen, es wird besser. Zerstörst damit ihren Lebensgeist.
Beruhigst dich und die Hilfslosen mit deiner Spende. Wie lange noch?

Lieber Spender: Spende ist Vergewaltigung deines Selbst und der Hilflosen.
Leben braucht keine Spende.
Die einzige Spende, so sei dir gesagt um abzuwenden das Übel in der Welt:
Spende dir ein wenig Verstand und die Welt wird gut.

kollekte_2584985
Bildquelle: https://de.toonpool.com/cartoons/Kollekte_258498

Der Alltag des kleinen Arschloch – der Sonntag / Teil 1

Eines vorweg: es wird hier vom Alltag eines x-beliebigen kleinen Arschlochs erzählt, den es selbstverständlich so in der Wirklichkeit nicht gibt. Es sind also nur Gedanken eines träumenden Nichtnutzes, der sich aus der anständigen produktiven Arbeitswelt ausgeklinkt hat um sein asoziales Leben als Aussteiger zu rechtfertigen. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, die der Träumer als Beispiel für das kleine A beschreibt, sind daher nur seiner verqueren Phantasie zuzuschreiben und schon gar kein Grund für irgendwelche Aufregungen. „Der Alltag des kleinen Arschloch – der Sonntag / Teil 1“ weiterlesen

Ein Gedanke zur Sprache und Bilder – Bildung

Meine ersten Fotos machte ich mit einer Agfa-Box mit Schwarz-Weiß-Film 6×9 cm. Die kostete damals für ein Kind die unvorstellbare Summe von19,50 DM. Taschengeld gab es so gut wie keines um sich so was leisten zu können. Und wenn, haben wir die wenigen Pfennigbeträge aufgebessert, indem wir sie durch die Straßenbahn auf die Größe eines Zehnpfennigstücks plattwalzen ließen, damit sie in den Kaugummiautomat paßten. Den Apparat schenkte mir ausgerechnet der Pfaffe im Dorf, der sich mittlerweile eine Leica für 1.000 DM leisten konnte. Seine Bedingung war, daß ich Fotos von Gottes Gnaden mache – also Fotos rund um die Kirche. Nach der ersten Präsentation der Fotos, deren Entwicklung Opi finanzierte, war er nicht mehr von meiner Fotokunst begeistert. „Ein Gedanke zur Sprache und Bilder – Bildung“ weiterlesen

Neues Leben nach Ostern und altes davor.

Warum sprudelt mir gerade in der Osterzeit der Bericht eines Zeitgenossen rein, der größtes Kino in den Schatten stellt. Auferstehung in greifbarer Form – in ein Milieu, das uns wohlbekannt ist und nicht in ein Fernes, das eine Auslese von guten und schlechten Menschen macht – Himmel oder Hölle?

Es berichtet ein bodenständiger Mensch von seiner Widergeburt – von Leid und Elend, das er selbst mitgestaltet hatte. Er wollte Gewißheit haben, daß er bald wieder auf die Erde zurückkommt. Das hat er mit seiner Geschichte bewiesen, wie ich meine. „Neues Leben nach Ostern und altes davor.“ weiterlesen

Hängt ihn endlich ab

Es gab da mal einen, der die übelste Folter auf sich nahm um die Menschheit zu retten. Ich laß diese Geschichte einfach mal so stehen, da alles Denkbare möglich ist. Vor was retten, frage ich mich heute am Karfreitag? Drei Tage lang war er tot, bis er sich selbst wieder ausbuddeln konnte und als Erlöser regelmäßig zu Ostern in den Kathedralen seit zweitausend Jahren gefeiert wird. Was wird da befeiert? Die Leiche, die immer noch über dem Altar thront? Statt den Sinn seiner Aktion zu übermitteln, zu verstehen, wird nur ein elendiger Todeskult mit vampirischen Ritualen gefeiert. Wer säuft schon das Blut seines Erretters? Kein Wunder verhallt seine Botschaft, sobald die Meute mit dem kruden „Gottesdienst“ wieder auf Linie gebracht wird. „Hängt ihn endlich ab“ weiterlesen

Die blaue Stunde

Miauh Meeh, meine? Katze fühlte sich am linken Fußende in meinem Bett das sie zum Nächtigen erobert hat, gestört durch meine Unruhe. Sie hatte vor drei Jahren den einzigen Weg über die Brücke zur Flußinsel auf der ich seit sieben Jahren im Wohnwagen lebe zu mir gefunden. Ein wunderbares Wesen, das mir mehr vom sinnvollen Leben auf der Erde erzählt als alle Philosophen bisher. Sie hat den Schöpferfunken noch inne – ist sich selbst bewußt und würde sogar einem Elefanten eins auf den Rüssel geben, wenn er sie belästigen würde oder ihr Souverän verbiegen wollte. „Die blaue Stunde“ weiterlesen

Vom Schenken und Danken

Diese Zusammenhänge beschäftigen mich schon länger. Jetzt, wo ich darüber schreiben muß, würde ich das Thema am Liebsten fallenlassen. Die Begriffe Schenken, Danken und Nehmen sind recht einfach zu definieren. Wirklich? Da bin ich mir genau jetzt nicht mehr sicher, wo es ans Formulieren geht. Im Alltagsgebrauch haben die Wörter Schenken und Danken ihre einfache Logik. „Vom Schenken und Danken“ weiterlesen