Die Nudelholz Sage / Teil 1

Was Omi noch stolz als Küchengerät benutzte ist heute in der Postnudelholzzeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Sie hatte noch das Symbol einer – der größten Hochkulturen aller Zeiten gepflegt ohne sich um deren Herkunft bewußt zu sein. Heute ist der Ursprung des Nudelholzes vollständig aus dem Bewußtsein verschwunden. Die Nudel aus dem gleichnamigen Holz geschnitzt, die in prähistorischen Zeiten nicht nur eine völkerverbindende sondern auch und vor allem eine interplanetarische Bedeutung hatte, ist inzwischen heute als Fünfminuten-Terrine oder beim Lieblingsitaliener zur Beruhigung des Magens degradiert. „Die Nudelholz Sage / Teil 1“ weiterlesen

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Es war einmal… pfaffenfrei

Es war einmal und kommt wieder. So endet der erste Teil der Geschichte von Wohlfühlbach. Dem Erzähler wurde geflüstert, daß es dort noch richtig turbulent wird, bis die Menschen sich wieder auf ihre gemeinsamen Wurzeln ohne Gier, Neid und Mißgunst und ohne Hauen und Stechen besinnen.

Hatten sich die Bewohner von Wohlfühlbach doch schnell an das neue Leben gewöhnt, das von dem großen Haus inmitten des Dorfplatzes fortan bestimmt wurde. Ihr erinnert euch sicher noch an den ersten Wanderer, der mit den wunderschönen bunten Kleidern und dem runden Blech mit den vielen bunten Steinen auf dem Kopf. Hatte der nicht schon genügend Unruhe ins Dorf gebracht, auch das noch. Aber der Reihe nach. Wohlfühlbach erlebte etwas, das wir heute als Landflucht bezeichnen und das auf sonderliche Weise. „Es war einmal… pfaffenfrei“ weiterlesen

Es war einmal und ist immer noch. Wo?

Es gab ein Dorf, das keinen Namen brauchte um ausfindig gemacht zu werden. Es war ein Dorf wie jedes andere auch. Der Mensch fühlte sich in jedem Dorf zu Hause. Wozu dann Unterscheidung durch Namen wie Niederwohlfühl- oder Oberwohlfühlbach? Alle Dörfer waren irgendwie gleich. Irgendwie? Nicht ganz. Sie hatten eine der wunderbaren Landschaft und dem Wetter angepaßte Architektur. Aber eines hatten sie alle gemeinsam, große Häuser, die so groß wie ihre Seele und die Herzen waren.

Es gab keine Wohnklos mit Kochnische, Altersheime, Banken, Suppenküchen- und märkte, Arbeitsämter, die alles andere tun als arbeiten, keine verhungernden Menschen mit todkranken Hunden vor dem Juwelierladen, wie heute in den Großdörfern, die wir Städte nennen.

Die Menschen waren umtriebig spielerisch mit dem Bau ihrer großen Häuser und den Ackerbau. Es war keine Mühsal für sie. Im Gegenteil. Sie sangen und erfanden während dem Bauen neue Lieder. Große Häuser waren ihnen wichtig, da sie wußten, daß von Zeit zu Zeit Wanderer vorbeikamen, die Schlimmes erlebten hatten, welche hungerten oder froren.

Nur, wer ein großes Haus hat – so groß wie das Herz, kann jeden Wanderer mit Freude aufnehmen, der des Weges kam. Jeden. Außerdem machte es Spaß, die Häuser so kunstvoll zu verzieren, so als wären sie eine perfekte in Stein gemeißelte Fuge von Johann Sebastian Bach. Schule brauchte es keine. Es mußte niemand lernen. Das bißchen Lebensnotwendige hatten sie spielerisch von den Alten entdeckt. Keiner mußte einen Beruf erlernen um zu überleben. Jeder war für jeden da. Jeder machte was ihm seine innere Stimme voller sprudelnder Lebensfreude einflüsterte. Die Berufung zum Ackerbauer, Künstler, Handwerker oder Denker, ja sogar zum Dorftrottel wurde nur durch die eigene innere Stimme bestimmt. Selbst krank werden war kein Problem für die Dorfgemeinschaft. Alle waren Teil des Dorfes, einer festen zueinanderhaltenden Gemeinschaft, die wir ab sofort gesunde Seele nennen wollen. „Es war einmal und ist immer noch. Wo?“ weiterlesen