Omar Khayyam (1048 – 1131)

Omar Khayyam, ein persischer Philosoph, Dichter, Mathematiker, Physiker und Astronom aus Nischapur / Persien brachte damals mit seinen Gedichten die Verkommenheit der Religionen – besonders des Islam auf den Punkt, die ihn heute religiöse Ereiferer auf die Todesliste mit Kopfgeld setzen würden, sollte er sich heute so an die Öffentlichkeit wagen. Ich möchte die Gedichte einfach so ohne weiteren Kommentar stehen lassen. Jeder mache sich sein eigenes Bild.

 „Warum sollte Gott uns den Wein im Diesseits verbieten, aber im Jenseits als etwas wundervolles beschreiben, macht das Sinn? Weil ein betrunkener Araber das Kamel Hamzas schlug, hat Mohammed dem Araber den Wein verboten.

Wer hat mich so erschaffen wie ich bin? Du!

Was ich mache, was ich sage hast du mir schon vorbestimmt. Also bist es auch du, der mich sündigen lässt. Wozu dann Himmel und Hölle?

Wer hat dein “Gesetz” denn nicht schon missachtet?, sag! Was hat ein Leben ohne Sinnesfreude denn für einen Wert.

Wenn du das Unrecht das ich tu, mit anderem Unrecht (Anm.: Hölle) bestrafst, wo ist dann noch der Unterschied zwischen uns beiden?

Als Gott uns aus Schlamm schuf, wusste er schon was wir auf der Erde tun würden. Jede Sünde die ich begehe ist sein Wille, warum will er mich für seine Fehler in die Hölle werfen?

Ich will aufgeben und dir gegenüber stehen. Wo bist du? Ich möchte die Dunkelheit mit dem Licht tauschen. Wo bist du? Wenn mein Glaube mich ins Paradies bringt, ist es deine Barmherzigkeit oder nur Handel mit dir, das will ich dich fragen. Wo bist du?

Unwissen reinigt die religiösen Menschen, ich schweige aus Würde. Natürlich kann ich jede Aussage erwidern, aber zuerst schaue ich, ob die Aussage einen Inhalt besitzt. Und dann schaue ich, ob der Mensch dahinter es auch wert ist auf ihn einzugehen.

Die Welt ist in den Händen einiger Unwissender, die glauben das Wissen der Welt zu besitzen. Sei nicht traurig, dem Esel gefällt ein anderer Esel, wenn sie (Anm.: die religiösen Eiferer) dich schimpfen, dann sei stolz darauf.

Du kannst die Geheimnisse der Welt nicht lüften, die Sprache der Derwische verstehst du nicht. Dann trink deinen Wein und mach die Erde zum Paradies, in das andere Paradies kommst du, vielleicht auch nicht.

So viele kamen, was sie alles wollten. Am Ende haben sie alle wieder diese Welt verlassen. Aber du denkst du wirst niemals gehen, oder? Alle vor dir dachten genauso wie du.

Wenn dein inneres nicht rein ist, ist dein religiöser Titel nichts wert. Deine Strickjacke, dein Rosenkranz, dein Teppich ist schön, aber lässt sich ein Gott davon beeindrucken?

Du bist religiös, interpretierst alles mit strengem Glauben. Du nennst mich einen verrückten Ungläubigen. Du bezeichnest mich so, weil du mich interpretierst wie du mich durch deinen Glauben siehst. Dann bin ich es wohl. Aber bist du dann nicht auch das, wie du gesehen wirst?

Wenn du selbst nicht trinkst, dann verfluche nicht wer trinkt. Höre auf mit der betrügerischen Doppelmoral. Selbstherrlich lobst du dich selbst, weil du keinen Wein trinkst. Aber wie schlimm kann der Wein neben all der Bösartigkeit die du begehst denn schon sein?

Du mit dem dunklen Mantel, dein Tag ist deine Nacht. Greif niemanden an, der die Welt begreifen will. Sie sind auf der Suche den Antworten dieser Welt. Du aber denkst den ganzen Tag nur daran, was unrein für dich sein könnte.

Meine Hand lässt mein Glas nicht mehr los, dein Buch halte ich nicht, deine Kanzel begehe ich nicht. Du bist ein trockener religiöser Eiferer, ich ein nasser (Anm.: vom Wein) Verrückter. Wer von uns bei- den wird besser brennen in der Hölle?

Du bist der Eiferer unter den religiösen Eiferern, mögest du die Kohle in der Hölle sein. Du willst bei mir Gnade vor Recht gelten lassen? Was verstehst du schon von Gerechtigkeit?

Würdest du die Geheimnisse der Welt verstehen, hättest du auch die Geheimnisse des Todes gelöst. Heute hast du noch Verstand, aber kein Wissen. Morgen aber hast du nicht einmal mehr Verstand.

Du Blinder!

Die Erde, der Himmel, die Sterne, das ist alles nichts wert. Hör auf zu reden, halte lieber dein Herz rein. In diesem sich ständig zerfallenden und neu aufbauenden Universum sind deine Forderungen ein winziger Tropfen, das ist nichts wert.“

„Als Gott einst meinen Brei zurecht gegossen,
Ist Gut‘ und Böses mit hinein geflossen.
Drum kann ich wahrlich auch nicht besser sein,
Als Er mich selbst einst in die Form gegossen.“

„Der Koran sagt, im Paradies sei Wein
Der Frommen Lohn und holde Mägdelein.
Dann sei schon hier mir Lieb‘ und Wein erlaubt,
Wenn es droben doch dasselbe nur soll sein!
Ich trinke nicht aus bloßer Lust am Zechen,
Noch um des Korans Lehre zu durchbrechen,
Nur um des Nichtseins kurze Illusion!
Das ist der Grund, aus dem die Weisen zechen.“

„Das Rätsel dieser Welt löst weder du noch ich,
Jene geheime Schrift liest weder du noch ich,
Wir wüßten beide gern, was jeder Schleier birgt,
Doch wenn der Schleier fällt, bist weder du noch ich.“

Weitere Gedichte, die aktueller nicht sein könnten: http://gutenberg.spiegel.de/buch/vierzeiler-des-chajjam-6824/1

Wikipedia widmet ihm auch noch einen längeren Beitrag. Wie lange noch? Besonders beachtenswert ist die künstlerische Adaption von Fazıl Say, der den Khayyam neuzeitlich wieder rauskramte und entsprechende Schwierigkeiten bekam.

https://de.wikipedia.org/wiki/Faz%C4%B1l_Say

Ein Kommentar zu „Omar Khayyam (1048 – 1131)

  1. Die Perser waren schon immer ein bissl anders gewesen in ihren Sichtweisen, auch was die spirituelle Seite anbetrifft. Perser , also die Urperser, sind nicht zu vergleichen mit den dogmatischen Persern der Jetztzeit. Mit den fanatischen Gläubigen die alles an alter, wirklich schöner Kultur dort zerstört haben……

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