Briefe von der Erde an Sankt Michael und Sankt Gabriel / 4. – 8. Brief

Wer es bis jetzt durchgehalten hat, Satans Briefe an seine Kumpels ohne Schnappatmung zu lesen, findet sicher in den nächsten Briefen die wahre Geschichte der Arche Noah, den Grund warum die Dinosaurier ausgestorben sind und die von Noah vergessene Fliege mitzunehmen, das Übel aller Krankheiten ist. Mark Twain der die Briefe dokumentierte und für alle Ewigkeit als einzig wahre Geschichte des Urknalls, des angebissenen Apfels, der Inzucht und der Eifersucht festschrieb gebührt meinem höchsten Respekt. Es hätte nicht schlimmer werden können mit dem Pfusch Gottes / der Götter an der Menschheit. Ja, man könnte sagen, mit seiner Idee der Korrektur hat er alles Geschaffene verschlimmbessert. Mit Noah hatte er einen ähnlichen Deppen gefunden wie die heutigen Grünen. Bald mehr zu dem Thema: Noah und Grüne.

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Brief 4
Und so verließ das erste Paar den Garten unter einem Fluch – einem dauernden Fluch. Sie hatten all die Freuden verloren, die sie vor dem „Sündenfall“ besessen hatten; dennoch waren sie reich, denn sie hatten eine erhalten, die soviel wert war, wie alle anderen zusammen: Sie wußten die Allerhöchste Kunst zu praktizieren.

Dies taten sie eifrig und es erfüllte sie mit Zufriedenheit. Gott befahl ihnen, es zu tun. Dieses Mal gehorchten sie. Aber genausogut hätte es verboten sein können, denn sie hätten es so und so getan, wenn tausend Götter es verboten hätten.

Die Resultate ließen nicht lange auf sich warten. Sie hießen Kain und Abel. Und diese hatten einige Schwestern und sie wußten, was man miteinander tun konnte. Und also gab es mehr Resultate. Kain und Abel zeugten Nichten und Neffen. Diese wiederum zeugten Cousinen und Cousins zweiten Grades. Ab da wurde die Klassifizierung der Verwandtschaft schwierig und daher aufgegeben.

Die angenehme Arbeit die Welt zu bevölkern ging so durch die Zeitalter vor sich hin und war von vorzüglicher Effektivität, denn in jenen glücklichen Tagen waren die Geschlechter noch fähig zur Allerhöchsten Kunst, wenn sie von Rechts wegen schon achthundert Jahre tot sein sollten. Das süßere Geschlecht, das liebenswürdigere Geschlecht, das lieblichere Geschlecht war damals in Bestform, denn es war sogar in der Lage Götter anzuziehen. Echte Götter. Sie stiegen vom Himmel herab und hatten eine wundervolle Zeit mit diesen heißen, jungen Blüten. Die Bibel berichtet uns davon.

Mit Hilfe dieser auswärtigen Besucher wuchs und wuchs die Bevölkerung, bis es einige Millionen waren. Aber sie waren eine Enttäuschung für Gott. Er war mit ihrer Moral, die in einigen Teilen nicht besser war, als seine, unzufrieden. Tatsächlich waren sie ein so gutes Abbild seiner selbst, daß es wenig schmeichelhaft war. Sie waren sehr böse Leute und da er keine Ahnung hatte, wie er sie bessern könne, beschloß er weise, sie wegzufegen. Das ist die einzige wahrhaft von Erleuchtung zeugende und hervorragende Tat, die ihm die Bibel zugesteht und hätte ihm einen guten Ruf für alle Zeiten bescheren können, wenn er sich nur daran gehalten und es durchgeführt hätte. Aber er war immer wankelmütig – außer was die Eigenwerbung anbetrifft – und so bröckelte sein guter Vorsatz ab. Er war stolz auf die Menschen, sie waren seine beste Erfindung, sein Lieblingstier, gleich nach der Hausfliege und er konnte es nicht ertragen sie ganz zu verlieren; so entschied er sich schließlich ein paar zu retten und den Rest zu ertränken.

Das war absolut typisch für ihn. Er erschuf all diese niederträchtigen Leute und war allein verantwortlich für ihr Betragen. Keiner verdiente den Tod, dennoch war es sicherlich eine gute Taktik sie alle auszulöschen; besonders da mit ihrer Schöpfung das Hauptverbrechen ja schon geschehen war und ihnen zu erlauben, sich zu vermehren wäre eine weitere Steigerung desselben. Aber aus diesem Grund konnte auch irgendeine Bevorzugung nicht gerecht oder fair sein – alle hätten ertränkt werden sollen, oder niemand.

Nein, das wollte er so nicht haben, er würde eine Auswahl retten und es mit dieser Rasse noch mal versuchen. Er war nicht in der Lage vorherzusehen, daß sie wieder verderben würden, denn nur in seiner Werbung ist er der große Hellseher.

Er rettete Noah und seine Familie und betrieb die Vernichtung des Rests. Er plante eine Arche und Noah baute sie. Keiner von ihnen hatte je vorher eine Arche gebaut oder wußte irgend etwas über Archen; also konnte man Ungewöhnliches erwarten. Das geschah. Noah war Landwirt und obwohl er wußte, was von der Arche gefordert war, war er nicht in der Lage zu sagen, ob diese groß genug für die Erfordernisse war oder nicht (was sie nicht war) und so wagte er keine Kritik. Die Gottheit wußte nicht, daß sie nicht groß genug war, sondern hatte auf diese Größe getippt und so kamen die inadäquaten Maße zustande. Die Folge war, das Schiff erfüllte nicht die Anforderungen und die Welt leidet bis zum heutigen Tage darunter.

Noah baute die Arche. Er baute sie so gut er konnte, ließ aber die wichtigsten Teile weg. Sie hatte kein Ruder, keine Segel, keinen Kompaß, keine Pumpen, keine Karten, kein Senkblei, keinen Anker, kein Log, kein Licht, keine Belüftung und was den Stauraum betrifft – was die Hauptsache war – je weniger man darüber sagt, desto besser. Sie würde elf Monate auf See sein und soviel Frischwasser benötigen wie in zwei Archen paßt – dennoch gab es keine zusätzliche Arche. Wasser von außerhalb konnte nicht verwendet werden, es wäre zur Hälfte Salzwasser und die Menschen und Tiere konnten es nicht trinken.

Denn nicht nur eine Auswahl Menschen sollte gerettet werden, sondern auch einige Musterexemplare der anderen Tiere. Ihr müßt wissen, daß als Adam den Apfel aß und lernte sich zu vermehren und auszubreiten, lernten dies die anderen Tiere ebenfalls indem sie ihm zusahen. Das war raffiniert von ihnen und geschickt; so kamen sie in den Genuß von allem was das Leben wertvoll macht ohne den Apfel zu probieren und sich damit mit dem zerstörerischen Gewissen zu belasten, der Ursache von allem Übel.



Brief 5

Noah begann Tiere zu sammeln. Es sollte ein Paar von wirklich jeder Kreatur sein, die da in der belebten Natur geht, kriecht, schwimmt oder fliegt. Wir können nur vermuten, wie lange es dauerte, die Viecher einzusammeln und wieviel es kostete, denn es gibt über diese Details keine Aufzeichnungen. Als Symmachus Vorbereitungen traf, seinen jüngsten Sohn in das Erwachsenenleben im Rom einzuführen, schickte er Männer nach Asien, Afrika und überall hin, um wilde Tiere für die Kämpfe in der Arena zu sammeln. Diese Männer brauchten drei Jahre, um die Tiere zu sammeln und nach Rom zu bringen. Wohlgemerkt, nur Vierbeiner und Alligatoren – keine Vögel, Schlangen, Frösche, Würmer, Läuse, Ratten, Flöhe, Zecken, Raupen, Spinnen, Hausfliegen, Moskitos – also nur Vierbeiner und nur kämpfende Vierbeiner. Dennoch wie gesagt: sie brauchten drei Jahre, um sie zusammenzubringen und die Kosten für die Tiere, den Transport und die Löhne summierten sich zu 4.500.000 $.

Wie viele Tiere waren es? Wir wissen es nicht. Aber es waren weniger als 5000, denn das war die größte Zahl, die je für die Römischen Spiele zusammengetragen wurde und zwar von Titus, nicht von Symmachus. Das waren höchstens Minimuseen verglichen mit Noahs Werk. Er mußte 146.000 Arten Vögel, Land- und Süßwasserbewohner sammeln und mehr als zwei Millionen Insektenarten.

Abertausende von diesen sind sehr schwierig einzufangen, und wenn Noah nicht resigniert aufgegeben hätte, so wäre er heute noch damit beschäftigt, wie Leviticus zu sagen pflegt. Aber ich will damit nicht sagen, daß er alles hingeschmissen hat. Nein, das tat er nicht. Er sammelte so viele Viecher, wie er Platz hatte und hörte dann auf.

Wenn er alle Bedingungen von Anfang an gekannt hätte, wäre ihm klar gewesen, daß er eine ganze Flotte Archen braucht. Aber er wußte nicht, wieviel Tiere es gab und sein Chef hatte auch keine Ahnung. Also hatte er kein Känguruh, und kein Opossum und kein Gila Monster und keinen Ornithorhynchus und ebensowenig einen Haufen anderer unverzichtbarer Schätze, die der nette Schöpfer der Menschheit geschenkt und dann vergessen hat, die waren schon lange zur anderen Seite der Welt gewandert, die er nie gesehen hatte und mit deren Angelegenheiten er nicht vertraut war. Und darum wären die alle um Haaresbreite ersoffen.

Sie entkamen nur durch Zufall: Es gab bis dahin nicht genug Wasser. Es gab nur genug, um ein kleines Eckchen des Erdballs zu überfluten – der Rest war damals unbekannt und man nahm an, es gäbe ihn nicht.

Aber das, was Noah nun wirklich endgültig dazu brachte, mit dem Sammeln von Tieren aufzuhören, die nur als Musterexemplare dienten, und den Rest aussterben zu lassen, war ein Vorfall, der sich in den letzten Tagen ereignete: Ein aufgeregter Fremder kam mit höchst beunruhigenden Neuigkeiten. Er sagte, er campierte in einigen Bergen und Tälern etwa sechshundert Meilen entfernt und hatte dort etwas Merkwürdiges beobachtet: Er stand auf einer Klippe von der aus er ein weites Tal überblicken konnte und sah durch dieses Tal eine wogende, schwarze See von sonderbaren tierischen Lebensformen sich ergießen. Alsbald zogen diese vorbei, kämpfend, durcheinander laufend, kreischend, grunzend, eine ungeheuer riesige Masse durcheinanderwogenden Fleisches. Faultiere, so groß wie Elefanten,, Frösche von Kuhgröße, ein Megatherium und sein Harem, unglaublich riesig; Saurier um Saurier um Saurier, Gruppe um Gruppe, Familie um Familie, Spezies um Spezies – dreißig Meter lang und zehn Meter groß und doppelt so besorgniserregend, einer erwischte mit seinem Schwanz beiläufig einen völlig unschuldigen Durham Bullen und ließ ihn hundert Meter durch die Luft segeln, so daß er mit einem Seufzer zu Füssen des Mannes fiel und  seinen Geist aushauchte. Der Mann sagte, daß diese Ungeheuer von der Arche gehört hatten und kamen. Kamen um vor der Flut gerettet zu werden. Und daß sie nicht als Paare kamen, sondern alle; sie wußten nicht, daß die Plätze auf Paare beschränkt waren und der Mann sagte, sie würden sich eh nicht um die Regeln kümmern – sie wollten mit der Arche segeln oder eine Begründung bekommen, warum sie nicht mit dürften. Der Mann meinte, die Arche würde nicht mal die Hälfte von ihnen aufnehmen können; und außerdem kämen sie hungrig und würden alles, was sie vorfänden, auffressen, die ganze Menagerie und die Familie.

All diese Fakten wurden im Bericht der Bibel weggelassen. Man findet keine Spur davon. Das Ganze ist vertuscht. Nicht einmal die Namen dieser riesigen Kreaturen werden erwähnt. Das zeigt Euch, daß Leute, die bei einer Vertragserfüllung schlampen, sich diesbezüglich in der Bibel genauso zwielichtig verhalten wie sonst auch. Diese kraftvollen Tiere wären beim heutigen Bedarf von unschätzbarem Wert für die Menschheit, gerade wo die Transportkosten einen so hart drücken und teuer sind, aber sie sind alle für die Menschheit verloren. Alle verloren und durch Noahs Schuld. Sie wurden alle ertränkt. Manche von Ihnen schon vor 8 Millionen Jahren.

Nun gut, der Fremde erzählte dies und Noah wurde klar, daß er weg müsse, bevor die Monster ankämen. Er wäre sofort abgesegelt, aber die Polsterer und Dekorateure des Aufenthaltsraums der Hausfliege mußten noch letzte Hand anlegen und dadurch verlor er einen Tag. Ein weiterer Tag ging damit verloren, die Fliegen an Bord zu bringen, von denen es 68 Milliarden gab und die Gottheit war immer noch besorgt, daß es nicht genug sein könnten. Noch ein Tag ging mit dem Verstauen von 40 Tonnen ausgesuchten Unrats für den Lebensunterhalt der Fliege verloren.

Dann segelte Noah schließlich; und keinen Augenblick zu früh, denn die Arche kam gerade erst am Horizont außer Sichtweite, als die Monster ankamen und in die Klagen der Mengen weinender Väter und Mütter und verängstigter kleiner Kinder einstimmten, welche sich im strömenden Regen an die Felsen, an die Wellen schlugen, klammerten und flehentliche Bitten an das allgerechte, allvergebende und allerbarmende Wesen sandten, das nie ein Gebet erhört hat, seit diese Felsspitzen sich Korn für Korn aus dem Sand formten, und noch immer keines erhört haben wird, wenn die Zeit gekommen ist, wo sie wieder zu Sand zerfallen.



Brief 6

Am dritten Tag fand man etwa um die Mittagszeit heraus, daß man eine Fliege zurückgelassen hatte. Die Rückfahrt erwies sich ohne Karte und Kompaß als lang und schwierig, auch wegen der veränderten Küstenlinien, da das ständig steigende Wasser einige der niedriger gelegenen Anhaltspunkte überflutet hatte und die höher gelegenen anders wirkten, aber nach 16 Tagen hartnäckiger und hingebungsvoller Suche wurde die Fliege schließlich gefunden und mit Lobes- und Dankeshymnen an Bord begrüßt, während die Familie aus Achtung für ihre göttliche Herkunft ungeschützt da stand. Sie war müde und ausgelaugt und hatte etwas unter dem Wetter gelitten, war aber sonst in guter Verfassung.

Männer und ihre Familien waren auf Bergspitzen verhungert, aber ihr mangelte es nicht an Futter, da die zahlreichen Kadaver sie mit einem verrottenden und stinkenden Überfluß versorgte. So wurde der göttliche Vogel durch die Vorsehung bewahrt.

Vorsehung. Das ist es. Denn die Fliege wurde nicht zufällig zurückgelassen. Nein, es war die Vorsehung die dabei mitmischte. Es gibt keine Zufälle. Alles was passiert hat seinen Zweck. Es ist von Anbeginn der Zeiten so vorgesehen und so gewollt. Am Beginn der Schöpfung sah der Herr, daß Noah verwirrt und alarmiert durch die Invasion der fossilen Ungeheuer früh in See stechen würde, ohne eine bestimmte unschätzbare Krankheit mitzunehmen. Er würde alle anderen Krankheiten mit sich führen und sie unter den weltweit wieder auflebenden neuen Rassen verteilen, aber er würde eine der besten nicht zur Verfügung haben – fiebriger Typhus; ein Gebrechen, daß, wenn die Umstände besonders günstig sind, in der Lage ist, einen Patienten vollkommen zugrunde zu richten, ohne ihn zu töten; denn dies kann ihn für sehr lange am Leben lassen, aber er ist dann taub, stumm, blind, verkrüppelt und geistig umnachtet. Die Hausfliege ist der Hauptüberträger und dabei fähiger und unheilbringender als alle anderen zusammen. Und so wurde durch Vorherbestimmung am Beginn aller Zeiten diese Fliege zurückgelassen einen vom Typhus befallenen Kadaver zu suchen und sich davon zu ernähren und ihre Beine mit den Keimen zu beladen und es ist ihre Lebensaufgabe sie auf die wieder bevölkerte Welt zu übertragen. Durch diese eine Hausfliege wurden in den seither verstrichenen Zeitaltern Milliarden Krankheitsfälle verursacht, Milliarden zerstörter Körper torkelten über das Angesicht der Erde und Milliarden Friedhöfe füllten sich mit Toten.

Es ist äußerst schwer die Absichten des Bibel-Gottes zu verstehen, er ist so ein Durcheinander an Widersprüchen, an weichlichem Wankelmut und eisenharter Unnachgiebigkeit, an kindlich guter Moral im Wort und tatsächlicher höllischer in der Tat, von überfließender Freundlichkeit geäußert durch dauernde Bösartigkeit.

Wenn man aber nach langem sich Wundern den Schlüssel zum Verständnis seines Charakters findet wird einem zum Schluß alles klar: Mit drolliger, jugendlich leichtsinniger Offenheit hat er diesen Schlüssel selbst preisgegeben: Es ist Eifersucht.

Ich denke, das raubt euch den Atem. Euch dürfte klar sein – denn ich habe es euch in einem früheren Brief schon erzählt – , daß unter den Menschen Eifersucht ganz klar als Schwäche angesehen wird; als ein Kennzeichen von Kleingeistern, als eine Eigenschaft aller Kleingeister, aber dennoch eine Eigenschaft, deren sich auch deren Kleinster schämt und die er lügnerisch ableugnen und den Beleidigten spielen wird, wenn man ihn dessen beschuldigt.

Eifersucht. Vergeßt es nicht, merkt es euch gut. Das ist der Schlüssel. Damit werdet ihr Gott teilweise verstehen lernen, während wir fortfahren, ohne diesen Schlüssel kann ihn niemand verstehen. Wie ich sagte, er selbst diesen verräterischen Schlüssel hoch gehalten, so daß ihn jeder sehen kann. Er sagt, naiv, direkt und ohne das geringste Zeichen von Scham:

“Ich, der Herr dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.“

Wie man sieht ist das nur eine andere Art zu sagen:

“Ich, der Herr dein Gott, bin ein kleiner Gott, der viel Aufhebens um kleine Dinge macht.“

Er gab eine Warnung aus: Er konnte den Gedanken nicht ertragen, daß ein anderer Gott einige der sonntäglichen Ehrenbezeugung dieser albernen kleinen menschlichen Geschöpfe erhalten sollte – er wollte alle für sich selbst. Er schätzte sie. Für ihn waren es Reichtümer, so wie Zinngeld für einen Zulu.

Moment – Ich bin nicht fair; ich stelle ihn falsch dar; Vorurteile verleiten mich Unwahrheiten zu sagen. Er sagte nicht, er wolle alle Schmeicheleien, er sagte nicht, daß er nicht bereit wäre sie mit seinen Mitgöttern zu teilen; was er sagte war:

“Ihr sollte keine anderen Götter über mir haben.“

Das ist eine ganz andere Aussage und läßt ihn – wie ich zugeben muß – in viel besserem Licht erscheinen. Es gab eine Menge Götter, die Wälder waren voll von Ihnen, wie man so sagt, und alles was er verlangte, war so hoch wie die anderen eingestuft zu werden – nicht über ihnen, aber auch nicht unter ihnen. Er hatte nichts dagegen, daß sie irdische Jungfrauen besamen sollten, aber nicht zu besseren Konditionen, als er sie auch für sich haben konnte. Er wollte Ihnen gleichberechtigt sein. Darauf bestand er ganz klar und ausdrücklich: er wollte keinen anderen Gott über sich dulden. Sie könnten Seite an Seite mit ihm marschieren, aber niemand sollte die Prozession anführen und auch er beanspruchte nicht das Recht sie anzuführen.

Meint ihr, er wäre in der Lage gewesen diese geradlinige und glaubwürdige Einstellung beizubehalten? Nein. An eine schlechte Abmachung hätte er sich ewig gehalten, an eine gute keinen Monat lang. Nach und nach wich er davon ab und behauptete ruhig, der einzige Gott im ganzen Universum zu sein.

Wie ich sagte ist Eifersucht der Schlüssel; durch seine ganze Geschichte hindurch ist sie gegenwärtig und hervorstechend. Sie ist von Kopf bis Fuß seiner Haltung, sie ist die Grundlage seines Charakters. Der kleinste Vorfall kann ihn aus der Fassung bringen und seine Urteilsfähigkeit beeinträchtigen, wenn er an seine Eifersucht rührt! Und nichts bringt diesen Charakterzug so schnell, sicher und überschießend zum Kochen, wie der Verdacht daß eine Konkurrenz im Gottes-Vertrauen aufkommen könnte. Die Angst, daß Adam und Eva, wenn sie vom Baum der Erkenntnis äßen “wie die Götter wären“ heizte seine Eifersucht so an, daß sein Verstand beeinträchtigt wurde und er die armen Geschöpfe weder gerecht noch großzügig behandeln konnte, oder auch nur davon Abstand nehmen konnte, sie angesichts ihrer unbescholtenen Vergangenheit grausam und verbrecherisch zu behandeln.

Bis heute hat sich sein Verstand davon nicht erholt; Alpträume voller Rachegelüste suchen ihn seitdem heim und er hat seine eigene Raffinesse fast überstrapaziert im Erfinden von Schmerzen und Qualen, Erniedrigungen und Herzeleid um damit den Abkömmlingen Adams ihr kurzes Leben zu versalzen. Denkt nur an die Krankheiten, die er ersonnen hat! Es gibt eine Vielzahl von Ihnen, kein Buch kann sie alle aufzählen. Und jede ist eine Falle, aufgestellt für ein unschuldiges Opfer.

Der Mensch ist eine Maschine. Eine automatische Maschine. Er besteht aus tausenden komplexer und fein abgestimmter Mechanismen, die harmonisch und perfekt funktionieren, nach Gesetzen, die auf sie abgestimmt wurden und auf die der Mensch keinen Einfluß hat, keine Herrschaft, keine Kontrolle. Für jeden dieser Tausend Mechanismen hat der Schöpfer einen Feind erdacht, dessen Aufgabe es ist, ihn zu belästigen, zu nerven, zu verfolgen, zu beschädigen, mit Schmerzen zu schlagen, mit Leid und schließlich mit Zerstörung. Keiner wurde übersehen.

Von der Wiege bis zur Bahre sind diese Feinde ständig am Werk, sie geben keine Ruhe, weder in der Nacht noch am Tag. Sie sind eine Arme, eine organisierte Armee, eine belagernde Armee, eine angreifende Armee, eine Armee, die auf der Hut ist, wachsam, eifrig, gnadenlos, eine Armee, die nie nachgibt, die keine Waffenruhe kennt.

Sie marschiert in Kommandos, Kompanien, Bataillonen, Regimentern, Brigaden, Divisionen, Abteilungen; mitunter zieht sie ihre Kräfte zusammen und attackiert die Menschheit mit ihrer ganzen Macht. Es ist die Große Armee des Schöpfers und er ist ihr oberster Befehlshaber. An ihrer Front wehen ihre grausigen Flaggen im Angesicht der Sonne. Ihre Aufschrift: Verderben, Krankheit und der ganze Rest.

Krankheit! Das ist die Hauptstreitmacht, die emsig-gewissenhafte Kraft, die vernichtende Kraft. Sie greift das Kind vom Zeitpunkt der Geburt an; versorgt es mit Gebrechen um Gebrechen: Kruppe, Masern, Mumps, Verdauungsprobleme, Zahnschmerzen, Scharlach und andere Spezialitäten für das Kindesalter. Sie jagt einen von der Kindheit zum Erwachsensein, ins Alter und bis ins Grab.

Wollt ihr versuchen anhand der nunmehr dargelegten Fakten den am meisten verwendeten Kosenamen zu erraten, den die Menschen dem wilden Oberbefehlshaber geben. Ich will es euch ersparen, – aber lacht nicht. Es ist Unser Vater im Himmel!

Es ist absonderlich, wie der menschliche Verstand arbeitet. Ein Christ verwenden als Grundlage die direkte, definitive, unabänderliche und kompromißlose Aussage: Gott ist allwissend und allmächtig.

Geht man davon aus, kann nichts passieren, ohne daß er schon im Voraus weiß, daß es passieren wird; nichts passiert ohne seine Zustimmung; nichts kann passieren, was er verhindern will.

Das ist klar genug, nicht wahr? Damit ist der Schöpfer gewiß verantwortlich für alles was passiert, oder etwa nicht?

Ein Christ gesteht es in dem kursiv gedruckten Satz zu. Er gibt es mit tiefer Empfindung und Enthusiasmus zu.

Nachdem er so den Schöpfer für verantwortlich erklärt hat für alle Schmerzen, alle Krankheiten, alles Elend, das oben aufgeführt ist und das er hätte verhindern können, nennt ihn der so beschenkte Christ sanft Unseren Vater.

Es ist, wie ich es sage. Er stattet den Schöpfer mit jedem Charakterzug aus den ein Unhold hat und kommt zu dem Schluß, daß ein Unhold und ein Vater dasselbe sind! Trotzdem würde er abstreiten, daß ein bösartiger Irrer und ein Sonntagsschulrektor im Wesentlichen dasselbe sind. Was meint ihr zum menschlichen Verstand? Ich meine für den Fall, daß ihr meint, die Menschen hätten so etwas wie Verstand.

Die Umfahrung der Sintflut mit der Der Arche Noah war alles andere als angenehm. Gott befahl einen ziemlich üblen Beipack aus niederträchtigen Gründen, wie in Brief 7 beschrieben. In Anbetracht meiner Vermutungen über dieses von den Pfaffen erfundenen Schlitzohrs ist diese Greueltat nur konsequent. Gott ist groß – auch wenn er dich unendlich leiden läßt, zeigt er doch nur seine Liebe zum Menschen, Tier und Natur. Geht’s noch – ihr Vollpfosten von Pfaffen?

[..]Die Mikroben waren der bei weitem wichtigste Teil der Fracht der Arche und der Teil um den sich der Schöpfer am meisten sorgte und in den er am stärksten vernarrt war. Sie sollten gute Ernährung und angenehme Unterkünfte haben. Es waren Erreger von Typhus, der Cholera, der krankhaften Angst vor Wasser, des Kaumuskelkrampfs, der Auszehrung, der Pest und einige hundert andere edle, besonders wertvolle Schöpfungen, mit Gold ausgezeichnete Ordensträger der Liebe Gottes zu den Menschen, gesegneten Gaben, des in seine Kinder vernarrten Vaters – alle diese mußten gut situiert untergebracht und großzügig versorgt werden; sie fanden sich in den erlesensten Plätzen, die die Innereien der Familie zu bieten hatten; in der Lunge, im Herz, im Gehirn, in den Nieren, im Blut, in den Gedärmen. Ganz besonders in den Gedärmen.[..]

Brief 7

Noah und seine Familie wurden errettet – wenn man das als Vorteil bezeichnen kann. Ich füge das „wenn“ hinzu, da es nie einen intelligenten Sechzigjährigen gegeben hat, der zustimmen würde, sein Leben noch einmal von Anfang an zu beginnen. Seines oder das von irgendwem anderen. Ja, die Familie wurde errettet, aber es ging ihnen nicht gut, denn sie waren voller Mikroben. Bis zu den Augenbrauen, gesättigt und übersättigt mit ihnen, gebläht wie ein Ballon. Es war eine widerliche Situation, aber es ging nicht anders, denn es mußten genug Mikroben errettet werden, um die zukünftigen Generationen der Menschheit mit zerstörerischen Krankheiten zu versorgen, und es standen an Bord nur acht Personen als Krankheitserregerhotel zur Verfügung. Die Mikroben waren der bei weitem wichtigste Teil der Fracht der Arche und der Teil um den sich der Schöpfer am meisten sorgte und in den er am stärksten vernarrt war. Sie sollten gute Ernährung und angenehme Unterkünfte haben. Es waren Erreger von Typhus, der Cholera, der krankhaften Angst vor Wasser, des Kaumuskelkrampfs, der Auszehrung, der Pest und einige hundert andere edle, besonders wertvolle Schöpfungen, mit Gold ausgezeichnete Ordensträger der Liebe Gottes zu den Menschen, gesegneten Gaben, des in seine Kinder vernarrten Vaters – alle diese mußten gut situiert untergebracht und großzügig versorgt werden; sie fanden sich in den erlesensten Plätzen, die die Innereien der Familie zu bieten hatten; in der Lunge, im Herz, im Gehirn, in den Nieren, im Blut, in den Gedärmen. Ganz besonders in den Gedärmen. Der Dickdarm war ihr Lieblingsaufenthaltsort. Dort versammelten sich unzählige Milliarden, arbeiteten und aßen und schwärmten aus und sangen Lobes und Dankeshymnen, so daß man in der Nacht, wenn es still war ihr sanftes Murmeln hören konnte. Der Dickdarm war praktisch ihr Himmel. Sie stopften ihn voll; sie machten ihn hart wie ein Stück einer Gasleitung. Sie waren stolz darauf. Ihr Haupthymnus wies zufrieden darauf hin:

“Verstopfung, oh Verstopfung, das lustige Lied stimmt an, bis Windung der menschlichen Eingeweide
den Namen ihres Schöpfers preist.“

Die Arche hielt zahlreiche und die unterschiedlichsten Unannehmlichkeiten bereit. Die Familie mußte direkt neben den Tieren leben und ihren Gestank und ihr sich zu donnergleichem Lärm addiertes Brüllen und Kreischen ertragen; zusätzlich zu diesen unannehmbaren Bedingungen, war es Ort der Versuchung für Damen: Wo sie auch hinblickten, sahen sie Tausende von Tieren sich vervielfältigen und sich vermehren. Und dann gab es da noch die Fliegen. Sie schwirrten überall herum, verfolgten die Familie den ganzen Tag. Sie waren die ersten Tiere, die sich bei Tagesanbruch ans Werk machten und die letzten, die sich am Abend zur Ruhe betteten. Aber sie durften nicht getötet noch verletzt werden, sie waren sakrosankt, von göttlicher Herkunft, sie waren die Schoßtierchen des Schöpfers, seine Lieblinge.

Nach und nach wurden die Tiere hier und da über die Erde verteilt – verstreut: Die Tiger nach Indien, die Löwen und Elefanten zu den leeren Einöden und verschwiegenen Plätzen im Dschungel, die Vögel in den grenzenlosen Raum der Lüfte, die Insekten auf die verschiedenen Klimazonen nach ihrer Natur und ihren Bedürfnissen. Aber was geschah mit der Fliege? Sie hat keine Nationalität, in jedem Klima ist sie zu Hause, der ganze Globus ist ihr Heim, alles was atmet ist ihr Opfer, und sie ist ihnen eine rechte Plage und ein Ärger.

Für die Menschen ist sie eine göttlicher Botschafter, ein generalbevollmächtigter Abgesandter, der spezielle Repräsentant des Allmächtigen. Sie sucht ihn in der Wiege heim, hängt sich traubenweise an seine Augenwinkel, schwirrt herum und stört und wütet, raubt ihm den Schlaf und der Mutter die Kraft in den langen Nachtwache die sie damit verbringt, ihr Kind vor dieser Pest zu schützen. Die Fliege greift den Kranken zu Hause an, Im Krankenhaus, sogar auf seinem Sterbebett bei seinem letzten Atemzug. Belästigt ihn während des Essens, nachdem sie vorher Patienten, die an abscheulichen und tödlichen Krankheiten leiden aufgesucht hat; watet in deren Wunden, benetzt ihre Füße mit Millionen todbringender Keimen, kommt dann an den Tisch der Gesunden und streicht dieses Zeug auf die Butter und hinterläßt einen Haufen Exkremente voller Typhusbazillen auf den Butter-Keksen. Die Hausfliege zerstört mehr Menschen die Gesundheit und bringt mehr um als alle anderen Unheilsboten und Todesagenten Gottes zusammen.

Shem (Noahs ältester Sohn) war voller Hakenwürmern. Es ist wundervoll, welche eingehenden und umfassenden Gedanken sich der Schöpfer zu dem großen Werk, den Menschen das Leben zu vergällen, gemacht hat. Wie ich sagte, entwarf er einen speziellen Angreifer für jedes noch so kleine Detail der Physiologie, ohne auch nur ein einziges zu übersehen, und wahrlich, so ist es. Viel Arme müssen barfuß laufen, weil sie sich keine Schuhe leisten können. Der Schöpfer erkannte die günstige Gelegenheit. Ich muß nebenbei noch bemerken, daß sein Auge immerzu auf den Armen ruht. Neun Zehntel seiner Krankheitserfindungen waren den Armen zugedacht und sie erhalten sie auch. Die Wohlhabenden bekommen nur was übrigbleibt. Ich sage das nicht nur so achtlos dahin; der weitaus überwiegende Teil der Ansteckungserkrankungen sind speziell dafür entworfen, die Armen zu befallen. Man kann das daran erkennen, daß einer der nobelsten und gebräuchlichsten Namen, den die Kanzel dem Schöpfer gibt, “Der Freund der Armen“ ist. Unter keinen Umständen hört man von der Kanzel je ein Kompliment an den Schöpfer, das der Wahrheit entspricht. Der Armen unversöhnlicher und nie müde werdender Feind ist ihr Vater im Himmel. Den Armen einziger wirklicher Freund ist der Mitmensch. Er sorgt sich um sie, er erbarmt sich ihrer und er zeigt das durch Taten. Er tut viel um ihr Leid zu erleichtern und in jedem solchen Fall wird der Vater im Himmel dafür gelobt.

Genauso auch bei Krankheiten. Wenn die Wissenschaft eine Krankheit, die im Auftrage Gottes tätig war, ausrottet, wird das Gott zugeschrieben und alle Kanzeln brechen in Entzückung aus, werben dankbar für ihn und weisen darauf hin, wie wohlwollend er ist! Ja, er hat das bewirkt! Möglicherweise hat er tausend Jahre gewartet, bevor er es getan hat. Das spielt keine Rolle, die Kanzeln sagen, er hat die ganze Zeit darauf verwendet darüber nachzudenken. Wenn aufgebrachte Menschen sich erheben und eine lange Tyrannei hinwegfegen und eine Nation befreien, ist das erste, was die hocherfreuten Kanzeln tun es als Gottes Werk auszugeben und die Leute aufzufordern, auf die Knie zu fallen und ihn dafür mit Dank zu überschütten. Und die Kanzeln verkünden mit bewegten Herzen voller Bewunderung: “Mögen die Tyrannen einsehen, daß das Auge, das nie schläft sie sieht und daß der Herr unser Gott nicht immer geduldig sein wird, sondern an einem festgesetzten Tage die Stürme seines Zorns freisetzen wird.“

Sie vergessen zu erwähnen, daß er der langsamste Beweger im Universum ist, daß sein Auge, das nie schläft, das aber genausogut schlafen könnte, da es ein Jahrhundert braucht, um zu erkennen, was jedes andere Auge in einer Woche sieht, daß es in der ganzen Geschichte keinen Fall gibt, in dem er als Erster eine edle Tat ersonnen hat, sondern daß er immer drauf kam ein klein wenig nachdem sie schon einem anderen eingefallen war, der sie auch ausgeführt hat. Danach erscheint er auf der Bildfläche und heimst den Gewinn ein.

Nun gut, vor sechstausend Jahren war also Shem voller Hakenwürmer. Diese sind mikroskopisch klein und für das menschliche Auge unsichtbar. Alle besonders tödlichen Krankheitserreger des Schöpfers sind unsichtbar. Das ist eine geniale Idee. Tausende von Jahren hat das die Menschen davon abgehalten, die Wurzeln dieser Übel zu erfassen und hat verhindert, sie zu überwinden. Erst in allerletzter Zeit hatte die Wissenschaft erfolgreich einige dieser Heimtücken aufgedeckt.

Der letzte dieser segensreichen Triumphe der Wissenschaft ist die Entdeckung und Identifikation dieses hinterhältigen Attentäters, der den Namen Hakenwurm trägt. Seine spezielle Beute ist der barfüßige Arme. Er liegt in warmen Regionen und sandigen Plätzen auf der Lauer und gräbt sich in ihren ungeschützten Fuß.

Der Hakenwurm wurde vor zwei oder drei Jahren von einem Arzt entdeckt, der dessen Opfer lange Zeit sorgfältig untersucht hat. Die Krankheit, die der Hakenwurm verursacht, hat ihr böses Werk an diesen und jenen Orten auf Erden verrichtet, seit Shem am Ararat gelandet ist, aber man hat nie und nimmer vermutet, daß es eine Krankheit ist. Man meinte, die Leute, die sie hatten, seine nur faul und sie wurden verachtet und verspotten anstatt, daß man Mitleid mit ihnen hatte. Der Hakenwurm ist eine besonders schleichende und heimtückische Erfindung und hat sein heimliches Zerstörungswerk über Generationen hinweg verrichtet, aber der Arzt und seine Helfer werden ihn jetzt ausrotten.

Gott steckt dahinter. Er hat sechstausend Jahre darüber nachgedacht und sich zu einem Entschluß durch gerungen. Es war seine Idee den Hakenwurm auszurotten. Er hätte es fast getan, bevor Dr. Charles Wardell Stiles es tat. Aber Gott kommt gerade rechtzeitig um die Anerkennung einzustreichen. So, wie er es immer tut.

Es wird eine Million Dollar kosten. Er war wahrscheinlich gerade dabei die Summe bei zusteuern als ein Mensch ihm zuvor kam – wie üblich. Hr. Rockefeller. Er stellt die Million zur Verfügung, aber der Dank geht woanders hin – wie üblich. Die heutige Morgenzeitung berichtet über das Wirken des Hakenwurms:

Der Hakenwurm vermindert die Vitalität der Infizierten oft so sehr, daß ihre physische und mentale Entwicklung verzögert wird, sie werden empfänglicher für andere Erkrankungen, können weniger effektiv arbeiten, und in den Regionen, in denen dieses Leiden am häufigsten vorkommt, steigt die Todesrate durch Auszehrung, Lungenentzündung, Typhus und Malaria. Es hat sich gezeigt, daß die verminderte Vitalität großer Teile der Bevölkerung, die lange auf die Malaria und das Klima zurückgeführt wurden und die schwere Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung hat, in Wirklichkeit in einigen Gegenden auf diesen Parasiten zurückzuführen ist. Die Krankheit beschränkt sich nicht auf eine Klasse; sie fordert sowohl von hoch Intelligenten und Wohlhabenden, als auch weniger glücklichen ihren Tribut an Leid und Tod. Nach vorsichtigen Schätzungen sind ca. zwei Millionen Einheimische von diesem Parasiten befallen. Die Krankheit ist verbreiteter und ernster für Kinder im Schulalter, als für andere Personen.

So weit verbreitet und ernst wie die Infektion ist, so gibt es doch vielversprechende Ausblicke. Die Krankheit kann leicht festgestellt werden, sofort und effektiv behandelt werden und durch geeignete sanitäre Maßnahmen erfolgreich verhindert werden, (mit Gottes Hilfe).

Die armen, kleinen Kinder sind unter der Obhut des Auges, das nie schläft, wie ihr seht. In vergangenen Zeiten hatten sie dieses Krankheits-Glück. Sie und die “Armen des Herrn“ – wie die sarkastische Redensart lautet – waren nie in der Lage der Aufmerksamkeit dieses Auges zu entgehen.

Richtig, die Armen, die einfachen Leute, die Unwissenden – das sind diejenigen, die es sich einfangen. Beispielsweise die afrikanische Schlafkrankheit. Diese gräßliche Grausamkeit hat als Opfer die Rasse der unwissenden und nichts Böses tuenden Schwarzen, die Gott in der weit entfernten Wildnis angesiedelt hat und auf die er sein väterliches Auge richtete – dasjenige, daß nie schläft, wenn die Möglichkeit besteht, Betrübnis für jemanden auszubrüten. Schon vor der Sintflut hat er sich um diese Leute gekümmert. Das erwählte Mittel war eine Fliege, eine Verwandte der Tsetsefliege; die Tsetsefliege hat das Zambesiland unter sich, sticht Vieh und Pferde zu Tode und macht die Region damit für Menschen unbewohnbar. Die schreckliche Verwandte der Tsetsefliege lädt eine Mikrobe ab, welche die Schlafkrankheit auslöst. Ham war voller solcher Mikroben und als die Reise zu Ende war, lud er sie in Afrika ab und die Verwüstung begann, ohne daß sich etwas gebessert hätte, bis 6000 Jahre vergangen waren, die Wissenschaft in das Mysterium einzudringen begann und die Ursache der Krankheit heraus knobelte. Die gläubigen Nationen danken jetzt Gott und preisen ihn dafür, seinen armen Schwarzen zu Hilfe gekommen zu sein. Die Kanzeln verkünden der Dank gebührt ihm, da die Wissenschaftler ihre Inspiration von ihm bekommen haben. Er ist sicherlich ein sonderbares Wesen. Er begeht ein furchtbares Verbrechen, begeht 6000 Jahre lang weitere Verbrechen und schon steht ihm Lob dafür zu, weil er jemand anderem suggeriert hat, wie man dieser Krankheit die Schärfe nehmen kann. Man nennt ihn geduldig und er muß sicher sehr geduldig sein, denn sonst hätte er die Kanzel schon vor langer Zeit in der Versenkung verschwinden lassen für die grauenvollen Lobreden, die sie ihm hält.

Die Wissenschaft weiß folgendes über die Schlafkrankheit, mitunter auch Negerlethargie genannt:

Sie ist charakterisiert durch in Schüben immer wieder auftretende Schlafperioden. Die Krankheit dauert von vier Monaten bis zur vier Jahren und ist immer tödlich. Zunächst macht das Opfer einen matten, schwachen, blassen und dümmlichen Eindruck. Die Augenlider schwellen an, auf der Haut bildet sich Ausschlag. Er schläft während des Redens, beim Essen oder unter der Arbeit ein. Bei fortgeschrittener Krankheit muß er gefüttert werden, was nur mit Schwierigkeiten möglich ist und er leidet unter Auszehrung. Auf die Unmöglichkeit der Nahrungsaufnahme und das Entstehen von Wunden durch Bettlägerigkeit folgen Krämpfe und der Tod. Einige Patienten werden wahnsinnig.

Er, den die Kirche und die Leute Unseren Vater im Himmel nennen, hat die Fliege erfunden und ausgeschickt, um das erbärmliche Siechtum, den Trübsinn und das Elend, den körperlichen und geistigen Verfall über einen armen Wilden zu bringen, der dem Großen Verbrecher kein Leid getan hat. Es gibt keinen Mensch auf der Welt, der kein Mitleid für den armen schwarzen Leidenden empfindet, nicht einen, der ihn nicht gesund machen würde, wenn er es könnte. Um die eine Person zu finden, die kein Mitleid hat, muß man sich in den Himmel begeben; um die ein Person zu finden, die ihn heilen könnte und nicht dazu überredet werden kann, muß man sich zum gleichen Ort begeben. Es gibt nur einen Vater, der grausam genug ist, sein Kind mit dieser schrecklichen Krankheit zu schlagen – nur einen. In alle Ewigkeit wird man keinen anderen finden. Wollt ihr vorwurfsvolle Entrüstung formuliert mit poetischer Herzenswärme hören? Hier ist eine, direkt aus dem Mund eines Sklaven:

Was Unmenschliches der Mensch dem Menschen antut, läßt zahllos Menschen trauern

Ich werde euch eine nette Geschichte mit einem Hauch Pathos erzählen. Ein Mann wurde religiös und fragte den Priester, was er tun solle, um sich seinem neuen Stand würdig zu erweisen. Der Priester sagte “Ahme deinen Vater im Himmel nach, lerne zu sein wie er.“ Der Mann studierte die Bibel gewissenhaft, eingehend und mit Verständnis und begann mit Gebeten um himmlische Leitung seine Nachahmung gemäß Vorschrift. Mit einem Trick brachte er seine Frau dazu die Treppe hinunter zu fallen, wobei sie sich ihr Rückgrat brach und lebenslang gelähmt blieb, er spielte seinen Bruder einem Betrüger in die Hände, der ihm alles abnahm und ihn ins Armenhaus brachte; er impfte einen Sohn mit Hakenwürmern, einen mit der Schlafkrankheit, einen mit Gonorrhöe; er versorgte eine Tochter mit Scharlach, so daß sie von Jugend an taub, blind und verblödet war und nachdem er einem Strolch geholfen hatte, die noch verbleibende Tochter zu verführen, warf er sie aus dem Haus und sie starb ihn verfluchend in einem Bordell. Dann erstattete er dem Priester Bericht, der sagte, das sei nicht die Art, seinen Vater im Himmel nachzuahmen. Der Konvertit fragte, was er falsch gemacht habe, aber der Priester wechselte das Thema und fragte, wie das Wetter bei ihm sei.

Brief 8 muß ich erst noch verdauen. Er scheint mir etwas konfus. Bleibt aber bitte trotzdem dran. Ab Brief 9 geht’s dann richtig zur Sache.
Brief 9, der bald folgt, dürfte eine Erklärung für die Wiederholung der Geschichten vom guten Gott mit seiner Arche Noah sein, die uns die Linksgrünen erzählen. Die zweite Sintflut gesponsert von der Climate Church ist im Gange.

Brief 8

Der Mensch ist ohne Zweifel der bei weitem interessanteste Trottel, der rumläuft. Auch der exzentrischste. Er hat kein einziges geschriebenes Gesetz in der Bibel oder außerhalb davon, welches irgendeinen anderen Zweck oder Absicht hat als das Gesetz Gottes zu beschränken oder aufzuheben.

Nur selten kann er daraus eine simple Tatsache entnehmen, anstatt eine falsche Bedeutung hinein zu interpretieren. Er kann einfach nicht anders; das liegt an der Art, wie das Chaos konstruiert ist, das er seinen Verstand nennt. Betrachtet die Dinge, die er zugibt und die absonderlichen Folgerungen, die er aus Ihnen zieht.

Zum Beispiel stimmt er zu, daß Gott den Menschen geschaffen hat. Ihn geschaffen hat, ohne daß der Wunsch oder die Mitwisserschaft des Menschen vorgelegen hätte.

Es scheint klar und unwiderlegbar, daß dies Gott und ihn allein für die Handlungen der Menschen verantwortlich macht. Aber der Mensch bestreitet das.

Er gibt zu, daß Gott die Engel vollkommen, ohne Makel und frei von Leid oder Tod geschaffen hat und daß er ähnlich nett zu den Menschen hätte sein können, wenn er gewollt hätte, bestreitet aber, daß er dazu irgendeine moralische Verpflichtung hatte.

Er gibt zu, daß ein Mensch kein moralisches Recht hat, einem von ihm gezeugtes Kind willkürliche Grausamkeiten, schmerzvolle Krankheiten und den Tod zuzufügen, weigert sich aber die Privilegien, die Gott diesbezüglich gegenüber den von ihm gezeugten Kindern hat, einzuschränken.

Die Bibel und die menschlichen Regeln verbieten Mord, Ehebruch, Unzucht, Lügen, Heimtücke, Raub, Unterdrückung und andere Verbrechen, sagen aber, daß Gott über diesen Gesetzen steht und frei ist, sie zu brechen, wann immer er will.

Er gibt zu, daß Gott jedem Menschen seine Veranlagung, sein Temperament zum Zeitpunkt der Geburt gibt, daß der Mensch sein Temperament nicht ändern kann, sondern für immer unter dessen Herrschaft steht. Trotzdem sei, wenn es bei dem einen voller furchtbarer Neigungen und bei einem andern unfruchtbar für diese sei, es gerecht, den einen für seine Verbrechen zu bestrafen und den anderen dafür zu belohnen, daß er sich der Verbrechen enthält.

Also – lßst uns diesen kuriosen Umstand einmal näher betrachten.

Temperament (Veranlagung). Betrachtet zwei Extremfälle an Temperament – den Bock und die Schildkröte.

Keines dieser Geschöpfe macht sein eigenes Temperament, sondern ist damit geboren wie der Mensch und kann es genauso wenig ändern, wie der das kann.

Temperament ist das Gesetz Gottes, durch Gottes Hand geschrieben in das Herz jeder Kreatur und muß beachtet werden, trotz aller einschränkender oder verbietender Gesetzgebung, woher auch immer diese kommt.

Nun ist also Lüsternheit das hervorstechendste Merkmal des Temperaments des Bocks: Das Gesetz des Herrn ist in seinem Herzen und er muß ihm gehorchen und wird ihm gehorchen, den ganzen Tag lang während der Paarungszeit, ohne zwischendurch einen Halt zum Fressen oder Trinken einzulegen. Wenn die Bibel dem Bock gebieten würde “Du sollst nicht Unzucht treiben, du sollst nicht ehebrechen.“, wurde sogar dem Menschen – selbst diesem Holzkopf – auffallen, was dieses Verbot für ein Blödsinn ist und er würde zugestehen, das der Bock nicht dafür bestraft werden sollte, daß er das ihm von Geburt an mitgegebenen Gesetz befolgt. Trotzdem meint er, daß es richtig und gerecht ist, daß die Menschheit unter dieses Verbot gestellt sein soll. Alle Menschen. Alle im gleichen Masse.

Schon auf den ersten Blick ist das unsinnig, denn in ihrem Temperament, welches das wahre Gesetz Gottes ist, sind Männer Böcke und können nicht vermeiden, Ehebruch zu begehen, wenn sie die Chance dazu bekommen; wenngleich es eine bestimmte Zahl unter ihnen gibt, die nach ihrer Veranlagung ihre Reinheit bewahren und eine Gelegenheit verstreichen lassen können, wenn die Frau nicht zu attraktiv ist. Aber die Bibel erlaubt Ehebruch überhaupt nicht, ob die Person sich zurückhalten kann oder nicht. Sie erlaubt keinen Unterschied zwischen Bock und Schildkröte zu machen. – der erregbare Bock, der gefühlsbetonte Bock, der jeden Tag etwas Ehebruch haben muß oder schwach würde und stürbe; die Schildkröte, dieser kaltblütige, ruhige Puritaner, der sich der Wonne nur alle zwei Jahre hingibt und mittendrin einschläft und 60 Tage lang nicht aufwacht. Keine Ziegendame ist sicher vor einem Sittlichkeitsverbrechen, selbst am Sabbath, wenn es einen Herrn Bock weniger als drei Meilen windabwärts von ihr gibt und nicht mindestens ein 14 Fuß hoher Zaun dazwischen ist, während weder Herr noch Frau Schildkröt je hungrig genug sind, das Sabbathgebot zu brechen, um in den Genuß des erhabenen Vergnügens, des unerlaubten, außerehelichen Geschlechtsverkehrs zu kommen. Nach der absonderlichen Denkweise der Menschen hat der Bock Strafe verdient, die Schildkröte aber Lob.

“Du sollst keinen Ehebruch begehen.“ ist ein Gebot, das keinen Unterschied zwischen den folgenden Personen macht. Alle müssen es befolgen: Neugeborene. Kleinkinder. Schulkinder. Jungs und Mädchen. Junge Erwachsene. Etwas Ältere. Männer und Frauen in den 40ern. In den 50ern. In den 60ern. In den 70ern. In den 80ern. In den 90ern. Ab 100. Das Gebot verteilt seine Last nicht gleichmäßig und kann das auch nicht. Es ist nicht hart zu den drei Arten von Kindern. Es ist hart – härter – noch härter zu den nächsten drei Gruppen – grausam hart. Es ist gesegnet sanft zu den nächsten drei. Es hat nun allen Schaden angerichtet, den es anrichten kann und könnte genausogut außer Kraft gesetzt werden.

Aber es wirkt mit lachhafter Idiotie weiter und die nächsten vier werden unter seinen vernichtenden Bann gestellt. Die armen alten Wracks, sie könnten nicht unfolgsam sein, wenn sie es wollten. Und stellt euch vor – dafür, daß sie heiligmäßig davon Abstand nehmen, mit einander Ehebruch zu begehen, erhalten sie Lobpreis! Was Unfug ist, denn selbst nach der Bibel ist klar, daß wenn der älteste Veteran seine Blütezeit für eine Stunde zurückbekommen könnte, die Gebote seinetwegen in den Wind schießen könnte, er die erste Frau, die ihm über den Weg liefe, schänden würde, selbst wenn es eine vollkommen Fremde wäre.

Wie ich schon sagte: Jede Vorschrift in der Bibel und in den Gesetzbüchern, versucht ein Gesetz Gottes – mit anderen Worten eine unabänderbares und unzerstörbares Naturgesetz – zu besiegen. Der Gott dieser Leute hat ihnen durch eine Million Taten gezeigt, daß er keine der biblischen Vorschriften befolgt. Er bricht jedes einzelne, selbst Ehebruch und alle anderen eingeschlossen. Das Gesetz Gottes, wie es in der Art, wie die Frau gebaut ist sich ganz klar ausdrückt, ist dies: Es soll dir zu keiner Zeit deines Lebens eine Begrenzung beim Verkehr mit dem anderen Geschlecht auferlegt sein.
Das Gesetz Gottes, wie es in der Art, wie der Mann gebaut ist sich ganz klar ausdrückt, ist dies: Während deines ganzen Lebens sollst du sexuell unter unbeugsamen Grenzen und Beschränkungen stehen.

Von ihrem siebten Lebensjahr an bis sie des Alters stirbt ist die Frau (sofern nicht schwanger) während 27 Tagen im Monat bereit für die Tat und leistungsfähig. So leistungsfähig wie der Kerzenleuchter ist, die Kerze aufzunehmen. Auch will sie die Kerze – sehnt sich danach, verlangt danach, strebt danach, so wie das Gebot Gottes in ihrem Herzen es ihr befiehlt.

Der Mann jedoch ist nur für kurze Zeit leistungsfähig; und das auch nur in dem bescheidenen Maße, das auf dieses Wort, wenn man es auf sein Geschlecht bezieht, zutrifft. Er ist dazu vom 16ten oder 17ten Lebensjahr an für fünfunddreißig Jahre in der Lage. Nach 50 ist sein Aufführung von schlechter Qualität, die Abstände dazwischen sind lang, und die Befriedigung dabei für keine der Parteien von großem Wert; währenddessen ist seine Urgroßmutter noch so gut wie neu. Es fehlt nichts an ihrer Pflanze. Ihr Kerzenleuchter ist so fest wie immer, während seine Kerze zunehmend weich und geschwächt ist, von der Verwitterung durch die Zeit, je mehr Jahre vergehen, bis sie zum Schluß nicht mehr länger stehen kann und voll Trauer zur Ruhe gebettet wird in der Hoffnung einer gesegneten Wiederauferstehung, die nie kommt.

Infolge der Veranlagung einer Frau ist ihre Pflanze drei Tage im Monat und während ihrer Schwangerschaft außer Dienst. Dies sind Zeiten schlechter Befindlichkeit und oft auch des Leidens. Als fairen und gerechten Ausgleich hat sie an allen anderen Tagen ihres Lebens das hohe Privileg des unbeschränkten Ehebruchs.

Das ist das Gesetz Gottes, wie es sich uns in ihrer Veranlagung offenbart. Was wird aus diesem hohen Privileg? Kann sie sich in ihrem Leben frei dessen erfreuen? Nein. Nirgends auf der Welt. Es wird ihr überall geraubt. Wer raubt es ihr? Die Männer. Von Männern gemachte Verbote – gegen sie verfügt ohne daß sie dabei eine Stimme gehabt hätte. Ebenso Gottes Gesetze – falls die Bibel das Wort Gottes ist.

Hier habt ihr nun ein Musterbeispiel der “Vernunftbegabung“ der Menschen wie sie es nennen. Er beobachtet gewisse Fakten. Beispielsweise, daß er sein ganzes Leben lang nie einen Tag erlebt, an dem er eine Frau zufriedenstellen kann; ebenso, daß keine Frau je an einem Tag nicht Überstunden hätte machen können und daß sie zehn männliche Pflanzen, die mit ihr ins Bett gesteckt werden, besiegen und außer Funktion setzen kann. Er zählt diese eindrucksvoll anregenden und erleuchtenden Tatsachen zusammen und zieht aus ihnen den überraschenden Schluß:

Der Schöpfer wollte, daß die Frau auf einen Mann beschränkt sei.

Und so gießt er diese einzigartige Schlußfolgerung in Gesetzesform, für immer und ewig. Und das tut er ohne eine Frau um Rat zu fragen, obwohl für sie tausendmal mehr auf dem Spiel steht, als für ihn. Des Mannes Kompetenz in Sachen Fortpflanzung ist im Mittel auf 100 mal pro Jahr für insgesamt 50 Jahre beschränkt, ihre reicht leicht für 3.000 mal jährlich in dieser Zeit – und um soviel Jahre länger, wie sie lebt. Folglich steht für ihn auf die Lebenserwartung gerechnet ein Einsatz von 5.000 Erfrischungen auf dem Spiel, für sie aber 150.000; trotzdem macht dieser ungeheure Flegel für den wenig auf dem Spiel steht, das Gesetz selbst, anstatt das fairerweise und wie es der Anstand gebieten würde, derjenigen Person zu überlassen, die ein überwältigendes Interesse daran vorweisen kann.

Durch meine Erläuterungen habt ihr inzwischen herausgefunden, daß die Männer Dummköpfe sind; nun dürfte euch auch bewußt sein, daß die Frauen Riesendummköpfe sind.

Wenn ihr oder irgendeine andere intelligente Person die Verhältnisse zwischen Mann und Frau fair und gerecht arrangieren müßtet, würdet ihr dem Mann ein Fünfzigstel einer Frau zuteilen und der Frau einen Harem, nicht wahr? Selbstverständlich würdet ihr. Ich gebe euch mein Wort darauf, daß dieses Geschöpf mit der altersschwachen Kerze es genau umgekehrt gemacht hat. Salomon, einer der Lieblinge der Gottheit, hatte eine Kopulationkabinett von 700 Frauen und 300 Konkubinen. Unter Einsatz seines Lebens hätte er keine zwei dieser jungen Dinger zufriedenstellend erfrischt halten können, selbst wenn er fünfzehn Experten als Hilfe gehabt hätte. Notwendigerweise mußten fast die gesamten tausend Jahr um Jahr ohne Unterbrechung hungrig bleiben. Stellt euch einen Mann vor, der hartherzig genug ist, täglich dieses Leidens ansichtig zu sein und ohne soviel Mitleid zu empfinden, dies zu mildern. Er fügte diesem jämmerlichen Elend sogar rücksichtslos schneidende Pein hinzu, denn er umgab sie mit strammen Burschen von Wachleuten, deren prächtig maskuline Erscheinung stets in Sichtweite der armen Mädels war und diesen das Wasser im Munde zusammen laufenließ, die aber nichts hatten, womit sie einen Kerzenhalter hätten trösten können, da sie Eunuchen waren. Ein Eunuch ist eine Person, deren Kerze ausgelöscht wurde. Und zwar künstlich.

Während ich fortfahre, werde ich von Zeit zu Zeit auf das ein oder andere biblisches Gebot zu sprechen kommen und zeigen, daß  es immer ein Gesetz Gottes verletzt und dann in ein staatliches Gesetzbuch aufgenommen wird, wo es fortgesetzt verletzt wird. Aber das wird sich hinziehen, es besteht kein Grund zur Eile.

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