Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral.

Regiert sein heißt, unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Tugend dazu haben…

Regiert sein heißt, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung versteuert, patentiert, notiert, registriert, erfaßt, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, lizenziert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden.

Es heißt, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepreßt, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, mißhandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden.

(Pierre-Joseph Proudhon  (1809 – 1865) Ökonom und Soziologe, der sich für die Abschaffung der Regierung einsetzte.)

Was redet dieser Analyst denn für einen Unsinn? Wir leben nicht mehr im 19. Jhdt. Das haben wir schon lange hinter uns.  Haben wir nicht mit Mutti eine der besten Fürsorgerin für unser Wohl gewählt, sowie mit dem Schwarzwälder Haushaltsexperten auf vier Rädern? Deutschland geht es gut.

Das sah im 19. Jhdt. ein wenig anders aus. Hatte dort das kleine A die Annehmlichkeiten von heute, angefangen von der Waschmaschine, der Zentralheizung, SUV mit dem es das Kind in die KiTa fahren konnte, Handy oder Champagner und Räucherlachs ausm Aldi? Kreditkarte um sich jeden Wunsch erfüllen zu können?

Am fürchterlichsten müssen die Abende gewesen sein, grauenvolle Leere ohne Tatort oder Helene Fischer Show und weinnachtliche Blog Buster vor dem Flachbildschirm. Ne ne, liebe Gemeinde, so was müssen wir uns nicht mehr antun. Ganz zu schweigen von den damaligen Sozialschmarotzern – den Selbstversorgern. Was haben die für das Gemeinwohl beigetragen, außer an sich selbst zu denken?

Waren es damals nur Beamte, Seelsorger und Blaublütige – sind es heute fast alle, die sich für die Anderen einsetzen und ihr Bestes tun. Sei es bei der Bundeswehr, Amazon, VW oder in der Waffenfabrik. Da lob ich mir doch heute den pflichtbewußten aufgeklärten Mitmensch, der sich in der Obhut unserer Regierung sicher weiß. Auch wenn manches etwas wehtun mag. Da müssen wir durch. Diese Opfer bringen wir doch alle gerne – gelle. Schließlich gibt es heute genügend Ausgleich für all diese Opfer. Brauch die nicht extra erwähnen. Sie sind in jeden kostenlosen Dorfblättle zur Genüge zu finden, wenn einem mal wieder langweilig werden sollte. Für jeden was dabei. Neues ausm Media-Markt, Lidl und Aldi, prekäre Jobs, wenn die H4-Behörde mal wieder Durchfall hat oder die EC-Karte  krank ist, 0190-Nummern, wenn die Alte mal wieder Migräne hat, all included Urlaubsangebote inkl. Flieger im 5 Sternehotel auf Malle oder Türkei mit Rudelfressen und –saufen für schlappe 99 € die Woche, Sport natürlich und das Wort zum Sonntag unseres geliebten Pfarrers.

Wer dort nichts findet, wird mit tausend Fernsehprogrammen belohnt, und der abendlichen körperlichen Jogaübung beim Zappen mit der Fernbedienung. Finger sind ja nicht nur zum Nasebohren nützlich. Leben wir nicht in der besten aller Zeiten? So gut ging es uns noch nie.

Sollen uns solche Miesepeter wie der Proudhon wirklich heute noch die gute Laune versauen? Ist doch alles halb so schlimm. Nur ein paar Unverbesserliche, die nichts mit ihrem Leben anfangen können klammern sich noch an solche Worte. Ist doch alles halb so schlimm. Würden nicht alle heute den Generalstreik ausrufen, wenn dem nicht so wäre? Leben wir nicht sehr gut mit der Fürsorge unserer lieben Politiker und Beamte. Na siehste – die wissen schließlich, was gut für uns ist.

Laß dich gewarnt sein lieber Nachbar und vor allem liebe Kinder vor den paar depperten Bloggern, die nix anderes im Hirn haben als uns das köstliche Leben zu versauen mit ihren ewigen Ermahnungen vom Untergang und der finalen Versklavung. Halt dich fern von dieser Brut.

Wasn jetzt schon wieder, Ludwig jr.? Willst du schon wieder mir widersprechen? Merk dir eins: solange du deine Flossen unter meinen Tisch stellst, wird gemacht, was ich sage. Kapiert? So ein Lümmel will mir erzählen, daß meine Karriereleiter nur das Hamsterrad ist, in dem es ewig nach oben geht. Hat noch nix im Hirn außer in alten Büchern zu stöbern und will mir sagen wos langgeht. Was soll aus dem nur werden? Anstatt sich auf das harte Leben vorzubereiten und soziale Kontakte über Facebook zu knüpfen, läßt der sich im Internet von den Anarchisten https://www.anarchismus.at/ das Hirn vernebeln.

Dabei weiß doch jeder und das ist so klar wie Klosbrühe, daß unsere Demokratie alternativlos ist. Also was sollen dann noch die blöden Sprüche von ein paar Dumpfbacken von Hobbyrevoluzern? Wir leben im Hier und jetzt. Können uns alles leisten, wenn wir nur wollen. Das anarchistische Geplärre kommt doch nur von den Faulenzern, diesem arbeitsscheuen Gesindel. Wenn die sich durchsetzen, dann haben wir deine gewünschte Anarchie – das Chaos pur. Die faseln auch noch was von Bedingungsloses Grundeinkommen. Dann ersticken wir im Dreck, weil keiner mehr einen Finger krumm macht.

Und überhaupt – Ordnung muß sein, sonst herrscht Anarchie. Dafür sind unsere Gesetze da. Unter polizeilicher Überwachung steht doch nur der welcher was ausgefressen hat. Steuern muß doch jeder zahlen – oder nicht? Das weiß doch jeder. Steuern sind der wichtigste Motor für das Gemeinwohl. Mit was sollen sonst die Reparaturen unsere Straßen, Schulen, Kultur, Museen, Theater, Nahverkehrsmittel. die Beamte, Parteien und Politiker bezahlt werden, die sich tagtäglich zu unserem Besten aufopfern? Hast du anarchistischer Grünschnabel überhaupt darüber mal nachgedacht?

Du hast dich tapfer gehalten, meinte Ludwig jr. zynisch: Dann herrscht Anarchie hast du gesagt, Opa.

Ich schmeiß mich weg vor Lachen.

Es herrscht Anarc… Aua …

Herr schmeiß Hirn.

Als könnte dann noch was anderes herrschen als das eigene Hirn.

Ohne dich, Opa, wäre das System schon längst zusammengebrochen.

Und – mit dir bricht es noch schneller zusammen als dir lieb ist.

Was meint denn dieser Rotzlöffel damit?

(aus Ludwigs Albträumen)

Advertisements

Was fällt Dir dazu ein?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s